Beschlüsse der 638. Sitzung vom 02.12.2014

Beschluss 638-03 „Hamburg Parcour“

Die Elternkammer beschließt auf Ihrer Sitzung am 02.12.2014:
 
Die Elternkammer Hamburg fordert die BSB auf, bezüglich des Hamburger Parcours folgende Regelungen einzuführen:

  • Die Weitergabe der Ergebnisse des Hamburger Parcours an die Sorgeberechtigten wird für die durchführendeLehrkraft verpflichtend z.B. in Zusammenhang mit dem LEG oder durch einen noch zu entwerfenden Rückmeldebogen. Dies gilt für alle teilgenommenen Kinder, nicht nur für die talentierten!
  • Ergebnisse, die im Bereich "Stufe 3 (ausreichend bis mangelhaft)" liegen, lösen nach Rückmeldung der Ergebnisse an die Sorgeberechtigten eine Überprüfung durch einen Kinderarzt oder eine andere Fachkraft aus, um z.B.die Notwendigkeit zur Erstellung eines Förderplans zu überprüfen bzw. zu attestieren.
  • Die Ergebnisse eines Jahrgangs werden zur Unterrichtsentwicklung herangezogen und im Rahmen der Ziel- undLeistungsvereinbarungen (Schule/SAB) reflektiert.

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Beschluss 638-04 „Reinigung Ganztag“

Die Elternkammer beschließt auf Ihrer Sitzung am 02.12.2014:
 
Die Elternkammer Hamburg fordert die BSB erneut auf,  an allen ganztägig geführten Schulen zwei Reinigun-
gen der sanitären Räume pro Tag, sowie ein tägliches feuchtes Wischen der allgemeinen Unterrichtsräume zu
ermöglichen; das schließt auch die weiterführenden Schulen mit ein.

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Beschluss 638-05 „Spender Desinfektion“

Die Elternkammer beschließt auf Ihrer Sitzung am 02.12.2014:
 
Die Elternkammer fordert die Behörde für Schule und Berufsbildung auf, in sämtlichen  Schulen flächen-
deckend (z.B. in der Nähe von Toiletten) Spender für Hände-Desinfektionsmittel bereitzustellen.

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Beschluss 638-06 „Anhörungsrecht Elternvertretung“

Die Elternkammer beschließt auf Ihrer Sitzung am 02.12.2014:
 
Die Elternkammer Hamburg fordert, im Hamburger Schulgesetz zu verankern, dass der Elternausschuss nach
§24 KiBeG zu Schulkonferenzsitzungen einzuladen ist.
Ebenso sollte in §24 KibeG ein Informations- und Anhörungsrecht für Elternräte eingeführt werden.

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Beschlüsse der 637. Sitzung vom 04.11.2014

20141104_Beschluss 637-01 Aufhebung 636-02

Die Elternkammer beschließt auf Ihrer Sitzung am 04.11.2014 nachfolgend aufgeführten Antrag:
Der Beschluss 636-02 wird aufgehoben.


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20141104_Beschluss 637-02 Klassenarbeiten+Tests

Die Elternkammer beschließt auf Ihrer Sitzung am 04.11.2014 nachfolgend aufgeführten Antrag:
Die Elternkammer fordert die Behörde für Schule und Berufsbildung auf, für alle Schulformen Regelungen für
die Häufigkeit von „Tests“ zu erlassen.
 
Im Beschluss 630-1 hat die Elternkammer unter anderem gefordert:
  Klassenarbeiten und andere schriftliche Arbeiten zusammen sollen die Zahl von drei Arbeiten in der
Woche nicht überschreiten.
Mit „anderen schriftlichen Arbeiten“ waren vor allem angekündigte schriftliche „Tests“ gemeint, die insbe-
sondere in den Sprachen oft zur Überprüfung des Lernstands von Vokabeln, aber auch in anderen Fächern zum
Einsatz kommen.

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20141104_Beschluss 637-04 Termine 2015

Die Elternkammer beschließt auf Ihrer Sitzung am 04.11.2014 nachfolgend aufgeführte Termine für die
Plenumssitzungen in 2015:
 
 
20.01.2015
17.02.2015
14.04.2015
26.05.2015
16.06.2015
15.09.2015
10.11.2015
08.12.2015

 

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20141104_Beschluss 637-06 Kostenübernahme Falkenflitzer

Die Elternkammer beschließt auf Ihrer Sitzung am 04.11.2014:
 
Für die Vergabe der Kinderbetreuung am Hamburger Elterntag (08.11.2014) wurden sechs Anbieter ange-
schrieben. Von diesen lieferte "Falkenflitzer. Das Spielmobil" das günstigste Angebot in Höhe von 357,- Euro.
Die Rechnung wird nach der Leistung aus der Kasse der Elternkammer Hamburg beglichen.

 

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20141104_Beschluss 637-08 Klausurtagung Ganztag

Die Elternkammer beschließt auf Ihrer Sitzung am 04.11.2014 :
 
Aufgrund organisatorischer Bedingungen wird die unter der Nummer 633-01 beschlossene Klausurtagung
nicht an einem Wochenende sondern an zwei Abendterminen stattfinden.

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20141104_Beschluss 637-09 Essensversorgung Nachmittag

Die Elternkammer beschließt auf Ihrer Sitzung am 04.11.2014 :
 
Die Elternkammer fordert die BSB auf, für eine adäquate Essenversorgung in Form eines gesunden Snacks am
Nachmittag für alle GBS/GTS-Schulen zu sorgen und zu finanzieren.
 

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20141104_Beschluss 637-11 mehrsprachige Infoveranstaltungen

Die Elternkammer beschließt auf Ihrer Sitzung am 04.11.2014:
 
An Schulen, an denen IVK- und Alphaklassen eingerichtet wurden, sollen seitens des BSB mehrspra-
chige Infoveranstaltungen „rund um Schule“ für die Eltern finanziert, organisiert und durchgeführt
werden. Auch soll die BSB dafür Sorge tragen, dass genügend Dolmetscher an mindestens einem
Elternabend vorhanden sind.
 

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20141104_Beschluss 637-13 Schulwechsel

Die Elternkammer beschließt auf Ihrer Sitzung am 04.11.2014:
 
Um eine Information der Schülerinnen und Schüler sowie ihrer Eltern über ihre Möglichkeiten zu gewährleis-
ten, erscheint es der Elternkammer sinnvoll, für Hamburgs weiterführende Schulen flächendeckend eine über-
sichtliche Information in geeigneter Form (Faltblatt oder ähnliches) zur Verfügung zu stellen, in dem sämtli-
che Möglichkeiten nach der Versetzung in die Oberstufe am Ende von Klasse 10 (Gymnasium) aufgeführt
sind:
  1.  Übergang die die Oberstufe (Gymnasium oder Stadtteilschule nach Wahl, Abitur nach zwei weiteren
Jahren – G8; Fachabitur nach einem Jahr)  
  2.  Übergang in die Vorstufe (11. Klasse STS nach Wahl) und danach Besuch der Oberstufe, Abitur nach
drei weiteren Jahren – G9; Fachabitur nach zwei Jahren)  
  3.  Übergang in die 11. Klasse eines beruflichen Gymnasiums (Abitur nach drei weiteren Jahren – G9;
Fachabitur nach zwei Jahren)  
  4.  Übergang in die Oberstufe (Gymnasium oder Stadtteilschule nach Wahl) und Erwerb des Fachabiturs
nach Klasse 11 (Gymnasium) bzw. Klasse 12 (Stadtteilschule) mit Möglichkeit zum anschließendem
Besuch einer Fachhochschule  
  5.  Erhalt des Mittleren Schulabschlusses ( MSA, früher: Mittlere Reife/Realschulabschluss) mit Noten-
umrechnung entsprechend APO GrundStGy und Beginn einer dualen Ausbildung.  
  6.   Wiederholung der 10. Klasse ist ohne Antrag an die BSB möglich, wenn die vorhandene Versetzungs-
prognose im Halbjahreszeugnis der Klassenstufe 10 am Ende von Klasse 10 nicht erfüllt wurde.
 7.  Zur Verbesserung des Schulabschlusses ist mit Antrag an die BSB eine Wiederholung der Klasse 10
ebenfalls möglich
Außerdem muss die BSB eine umfassende Berufs- und Bildungsberatung für alle SuS der Klassenstufen 10
anbieten.

 

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20141104_Stellungnahme 637-05 Ferienordnung

Die Elternkammer beschließt auf Ihrer Sitzung am 04.11.2014 nachfolgend aufgeführte Stellungnahme:
 
Stellungnahme zu der Kammervorlage
Ferienordnung für die Jahre 2017/18 bis 2024
 
 
Die Elternkammer nimmt die Vorlage für die Kammern zur Ferienordnung für die Jahre 2017/18 bis 2024
zur Kenntnis.     
 
Die Kammer merkt dazu jedoch an, dass die Durchführung von zentralen Abiturprüfungen an einem bestimm-
ten Termin für alle Bundesländer unter diesen Voraussetzungen nicht realisierbar ist. Die Kammer fordert die
Behörde auf, dafür Sorge zu tragen, dass die Länge der Schuljahre in einzelnen Bundesländern nicht um meh-
rere Wochen variiert. Insbesondere hinsichtlich zentraler, länderübergreifender Prüfungen ist dies notwendig.
 
Bundesweit stattfindende Veranstaltungen können wegen der uneinheitlichen Ferientermine in den verschie-
denen Bundesländern nicht wahrgenommen werden.
 
Umzügler haben durch die auseinanderklaffenden Ferientermine teilweise sehr lange bzw. sehr kurze Schul-
jahre.
 
Des Weiteren regt die Elternkammer an, dass die Eltern- und SchülerInnenbefragung bezüglich der Hambur-
ger Frühjahrsferien erneuert wird.
 
Die Elternkammer weist darauf hin, dass die Stadt Hamburg bereits seit vielen Jahren gegen die KMK Selbst-
verpflichtung verstößt, an Ostern Ferien einzurichten.


Beschlüsse der 636. Sitzung vom 09.09.2014

Beschluss 635-10 „Terminierung Zeugniskonferenzen“

Die Elternkammer beschließt auf Ihrer Sitzung am 09.09.2014:
 
Die Elternkammer fordert die Behörde für Schule und Berufsbildung auf, die für die Schulen verbindliche, aus Sicht der Elternkammer aber viel zu frühe Terminierung der Zeugniskonferenzen für die Klassenstufen 5–10 am Schuljahresende zu korrigieren.

Begründung:
Im Schuljahr 2013/14 war der letzte Schultag der 9. Juli 2014. Laut Vorgabe der Behörde sollten aber in den Klassenstufen 5–10 die Zeugniskonferenzen spätestens am 20. Juni 2014 stattgefunden haben. Wegen des von den Lehrkräften benötigten Vorlaufs für die Notenvergabe kann davon ausgegangen werden, dass mindestens drei Wochen lang Unterricht erteilt wurde, der nicht mehr in die Benotung einfloss – sofern er denn überhaupt in gewohnter Form stattfand. Häufig wurde das Schuljahr wohl um drei Wochen verkürzt.
Die BSB begründete auf Anfrage die frühe Terminierung damit, dass jährlich ca. 1.600 Erziehungsberechtigte Anträge auf Schulwechsel stellen; der frühe Termin werde zur Organisation dieser Schulwechsel benötigt. Aus Sicht der Elternkammer ist diese Argumentation nicht schlüssig

  • Ca. 850 dieser Schulwechsel betreffen die Schulformwechsel vom Gymnasium zur Stadtteilschule bzw. von der Stadtteilschule zum Gymnasium am Ende von Klasse 6. Bei dieser Schülergruppe ist ein anstehender Schulwechsel in der Regel ohnehin rechtzeitig bekannt.
  • Ca. 250 dieser Schulformwechsel betreffen die Klassenstufe 10, nämlich den Wechsel in die Oberstufe eines Gymnasiums oder einer Stadtteilschule. Auch hier ist in der Regel rechtzeitig bekannt, dass ein solcher Wechsel angestrebt wird.
  • Von den verbleibenden ca. 500 SuS wechselt ein wesentlicher Teil unterjährig die Schule, meist durch Umzug. Die Noten spielen in diesen Fällen keine Rolle. Eine frühe Terminierung der Zeugniskonferenzen begründet diese Schülergruppe daher nicht.
  • Die Gesamtschülerzahl der Klassenstufen 5–10 beträgt. ca. 80.000. Ein unvorhergesehener Schulwechsel am Schuljahresendebetrifft also weniger als 1 % der SuS.

Im Ergebnis wird also für mehr als 99 % der SuS das Schuljahr um mehrere Wochen verkürzt, um für weniger als 1 % der SuS organisatorische Änderungen, die kurz vor Ende des Schuljahres anstehen, bearbeiten zu können. Aus Sicht der Elternkammer ist dieses Verhältnis vollkommen unangemessen.

Die Elternkammer verkennt nicht, dass in den Klassenstufen 6 und 10 ein besonderer Regelungsbedarf (Schulformwechsel bzw. Übertritt in die Oberstufe) besteht. Denkbar wäre daher, eine frühe Terminierung der Zeugniskonferenzen nur für diese Klassenstufen beizubehalten. Andererseits ist gerade bei diesen Klassenstufen ein anstehender Wechsel regelhaft mit Vorlauf bekannt. So erhalten die SuS, die von einer „Abschulung“ vom Gymnasium betroffen sein könnten, bereits mit dem Halbjahreszeugnis einen Hinweis. Es wäre daher Regelungen angezeigt, um mit der Organisation dieser Schulformwechsel frühzeitiger beginnen zu können und nicht erst bis zu den Zeugniskonferenzen abwarten zu müssen.

Es sind Schulen bekannt, die die Terminvorgabe der BSB ignorieren, offenbar aufgrund vorstehend erörterter Überlegungen. Hierdurch entsteht eine Ungleichbehandlung, die abzustellen ist.

Im Übrigen ist die Elternkammer verwundert, dass diese Schulwechsel in früheren Jahren auch bei spätem Termin der Zeugniskonferenzen problemlos durchgeführt werden konnten. Selbst wenn sich die Rahmen-bedingen verändert haben (u.a. durch Deckelung der Klassenfrequenzen – andererseits sind durch das Zwei-Säulen-Modells aber auch Schulformwechsel entfallen), so darf die Organisation aus Sicht der Elternkammer keinesfalls Priorität vor den pädagogischen Erfordernissen haben.


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Beschluss 636-01 „Folgeveranstaltung SPZ“

Die Elternkammer beschließt auf ihrer Sitzung am 09.09.2014:
 
Die Reihe der Informationsabende zur Suchprävention soll mit dem neuen Thema „Mediensucht“ in
bewährter Kooperation EK/GSU und dem SPZ weitergeführt werden. 

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Beschluss 636-03 „Flüchtlingskinder“

Die Elternkammer beschließt auf ihrer Sitzung am 09.09.2014:
 
Die Elternkammer fordert die Einsetzung einer weiteren Betreuungsperson neben dem/r Klassenleh-
rerIn, in Klassen, in denen Flüchtlingskinder beschult werden. Des Weiteren sollen die Schulen ihre
Pausenaufsicht  so  gestalten,  dass  die  Flüchtlingskinder  jederzeit  einen  Ansprechpartner  ihres  Vertrauens während der Pausenzeiten in Anspruch nehmen können.
 
Begründung:

Die Krisen weltweit haben große Auswirkungen auf unseren Schulalltag. Die Zahl der Flüchtlingskinder ist innerhalb der letzten 3 Jahre um 300% gestiegen. In Anbetracht der Lage, ist davon auszugehen, dass sich diese Zahlen in den nächsten Monaten verdoppeln werden.

Der Schulbehörde ist es bislang nicht gelungen, die Flüchtlingskinder erfolgreich an den Schulen zu integrieren. Oft sind es ganz einfache Gründe wie z.B. sprachliche Barrieren, kulturelle Unterschiede oder aber auch die Scheu vor Fremden, die diesen Schülern den Start in ein Leben bei uns erschweren.

Ein Großteil dieser Kinder kommt aus Kriegsgebieten. Sie mussten in jungen Jahren schon grausige Erfahrungen machen. Diese Kinder können schwer traumatisiert sein, so dass sie neben einem geregelten Schulalltag eine parallele und intensive Betreuung sowohl während der gesamten Schulstunden als auch in den Pausenzeiten benötigen. Derzeit ist jeweils ein Lehrer in der Alpha- oder Internationalen Vorbereitungsklasse vorgesehen. Die Klassenstärke liegt bei maximal 15 SchülerInnen. 

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Beschluss 636-04 „Multiplikatoren“

Die Elternkammer beschließt auf ihrer Sitzung am 09.09.2014:
 
Die Elternkammer Hamburg fordert die BSB auf, geeignete Projekte federführend zu starten, die Elternmultiplikatoren für die Flüchtlingsfamilien ausbildet und fördert. Sie sollen als Brücke zwischen Schule, Familie und anderen Einrichtungen dienen. Der derzeitige Betreuungsschlüssel in den Wohnunterkünften liegt bei 1:80. Die Multiplikatoren sollen in allen schulischen Angelegenheiten der Ansprechpartner des Vertrauens sein. Die Elternkammer Hamburg fordert diese Projekte für eine erfolgreiche Integration.

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Beschluss 636-05 „Schulbegleitung“

Die Elternkammer beschließt auf ihrer Sitzung am 09.09.2014:

Die Elternkammer Hamburg fordert die Behörde für Schule und Berufsbildung auf:  

  • Bescheide zur Schulbegleitung sind zeitnah zu erteilen.  
  • Die ReBBz sind personell so auszustatten, dass die Anträge der Schulen auf Schulbegleitung für Kinder mit  ausgeprägten psychosozialen Beeinträchtigungen zeitnah entschieden werden.
  • Die erforderlichen Schulbegleitungen müssen den Schulen umgehend zur Verfügung stehen


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Beschlüsse der 635. Sitzung vom 17.06.2014

Stellungnahme 635-0 Niederdeutsch

Die Elternkammer beschließt nachfolgend aufgeführte Stellungnahme:
 
Stellungnahme zu der Vorlage für die Kammern
Entwürfe der Rahmenpläne für das Fach Niederdeutsch für die Jahrgangsstufen 5 bis 11 der Stadtteilschule und für die Sekundarstufe I des Gymnasiums
 
Die Elternkammer begrüßt die weitere Umsetzung der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen.  
 
Die Ausprägung der Anforderungen von einem zweistündigen Unterricht im Wahlbereich von Stadtteilschule und Gymnasium erscheint sinnvoll umgesetzt.
 
Lediglich bei der Bezeichnung der Anforderungen empfiehlt die Elternkammer in beiden Bildungsplänen einen einheitlichen Terminus (entweder Anforderungen oder Mindestanforderungen) zu verwenden.

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Stellungnahme 635-0a „Schulorga 2014/15"

Die Elternkammer Hamburg nimmt den Entwurf der Verordnung über Maßnahmen im Rahmen der Schulorganisation zum Schuljahresbeginn 2014/15 zur Kenntnis.

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Beschluss_635-03_Elterntag_2014

Die Elternkammer beschließt auf Ihrer Sitzung am 17.06.2014 nachfolgend aufgeführten Antrag:
 
Der 11.Elterntag soll am 08.11.2014 stattfinden und thematisch unter dem
Leitbegriff „Miteinander in Vielfalt“ stehen.

Als Themenräume sind dabei vorgesehen:
 

  1. Interkulturelle Schule: Welche Wege des Miteinanders gibt es an Schulen?
  2. Inklusion und ich: ein Austausch von Betroffenen/Interessierten
  3. Praxisbeispiel inklusive Schule
  4. Mobbing/Gewalt: Was ist eigentlich Mobbing? Welche Möglichkeiten gibt es – zur Hilfe, zur Vermeidung, zur Problembewältigung, als Sanktion?

 

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Beschluss 635-04 Teilnahme Familientag

Die Elternkammer beschließt auf Ihrer Sitzung am 17.06.2014 nachfolgend aufgeführten Antrag:
 
Die Elternkammer Hamburg wird am 30.08.2014 wieder an der Infobörse des Hamburger Familientages mit einem Infostand inkl. Kinderaktion teilnehmen.  
 
Ziel ist es, mit Eltern ins Gespräch zu kommen, über Elternarbeit im Allgemeinen und die Arbeit der Elternkammer im Speziellen zu informieren, sowie für Fragen als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen.  
 
Federführend bei der Organisation des Infostandes ist der Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit (ÖFFA), als Standbetreuung oder Auf/Abbauhelfer kann jedes Kammermitglied teilnehmen. Der ÖFFA wird hierzu noch eine E-Mailabfrage starten.


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Beschluss 635-05 Finanzen Familientag.pdf

Die Elternkammer beschließt auf Ihrer Sitzung am 17.06.2014 nachfolgend aufgeführten Antrag:
 
Für den Infostand und die anzubietende Kinderaktion auf dem Hamburger Familientag am 30.08.2014 gewährt das Plenum ein Budget von maximal 100 Euro für Dekoration, Verbrauchsmaterial, etc.  
 
Die Posten sind im Einzelnen mit dem Rechnungsführer abzurechnen.
 
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Beschluss 635-06 Kooperationspauschale Ganztag

Die Elternkammer beschließt auf Ihrer Sitzung am 17.06.2014 nachfolgend aufgeführten Antrag:
 
Die Elternkammer Hamburg fordert die BSB auf, die im Landesrahmenvertrag GBS hinterlegte Kooperationspauschale in Höhe von 25.000 € pro Schuljahr jedem Ganztagsschulstandort -egal welcher Schulform und Prägung- zur Verfügung zu stellen.  
 
Jede Schule ist aufgefordert, sich ihrem Stadtteil zu öffnen und für ein ansprechendes, vielfältiges, schülergerechtes Ganztagsangebot Kooperationen einzugehen. Ebenso muss bei Bedarf berufstätigen Eltern eine Rand- und/oder Ferienbetreuung für ihre Kinder (bis zum Alter von 14 Jahren) angeboten
werden.  
 
Auch hierfür braucht es Kooperationen. Schule und Kooperationspartner brauchen für eine qualitativ gute Betreuung gemeinsame Zeiten zur Erstellung auf die Schülerschaft abgestimmter Konzepte, Zeiten zur Absprache, Übergabe und Reflektion. Diese Zeiten sind mit der zu gewährenden Kooperationspauschale zu ermöglichen. Gute Kooperationen dürfen nicht zu Lasten anderer Aufgaben von Schule gehen.

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Beschluss 635-07 Auslastungsrisiken Ganztag

Die Elternkammer beschließt auf Ihrer Sitzung am 17.06.2014 nachfolgend aufgeführten Antrag:
 
Berufstätige Eltern, u.a., haben für ihre Kinder bis zum 14. Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf Betreuung, auch in den Rand- und Ferienzeiten.  
 
Vielfach finden sie aber in der Nähe kein entsprechendes Angebot, weil die Schulen eine Betreuung aufgrund der zu kleinen Gruppengröße nicht für finanzierbar halten. Nur in seltenen Fällen bemühen Eltern daraufhin den Rechtsweg.  
 
Wir fordern die BSB auf, allen Schulen, die eine Betreuung ermöglichen wollen, einen Ausgleich für Auslastungsrisiken in den Rand- und Ferienzeiten i.H.v. 10.000,- € je Schule und Schuljahr zu gewähren - analog zum Landesrahmenvertrag GBS.  
Dies dient der Sicherung des Rechtsanspruchs berufstätiger Eltern u.a.

 

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Beschluss 635-08 Ganztagsbegehung

Die Elternkammer beschließt auf Ihrer Sitzung am 17.06.2014 nachfolgend aufgeführten Antrag:
 
Die Elternkammer fordert die Schulbehörde auf, die aktuellen GBS-Begehungen auf sämtliche Hamburger Ganztagsschulen auszuweiten.  
Der Austausch von Schule, Kooperationspartner, Eltern und Vertretern der beteiligten Behörden wurde von allen Seiten als sehr fruchtbar und hilfreich für die Qualitäts-verbesserung des Ganztages gesehen. Diese Begehungen sind damit im Sinne einer guten Schulentwicklung.
 
Bei diesen Begehungen sollen die folgenden Bereiche mit begutachtet werden:

  • Essensituation
  • Raumsituation (Klassen-, Fach-, Multifunktionsräume, Rückzugsmöglichkeiten...)
  • Situation der Schul-Außen/Pausenflächen (Größe, Nutzbarkeit)
  • Kooperationen (im Schulbetrieb, in der Rand- und Ferienbetreuung, Übergabesituation), 
  • Vernetzung im Stadtteil
  • Angebotssituation 
  • Gruppengröße im "Nicht-Regelunterrichtsbereich" (z.B. nachmittags im teilgebundenenGanztag, Angebote im Mittagsband, Arbeitsgruppen)  
  • Beschwerdemanagement (Mitarbeiter-, Eltern-, Schüler-Kritiken)

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Stellungnahme_635-11_Änderung_APO_GrundSTGy

Die Elternkammer beschließt auf Ihrer Sitzung am 17.06.2014 nachfolgend aufgeführte Stellungnahme:
 
Änderungen an der „APOGrundStGy“, „Richtlinie für die Erteilung von Hausaufgaben“ und zu den „Dienstanweisungen zur Verteilung von schriftlichen Lernerfolgskontrollen“
 
Die Änderungen in der APOGrundStGy, sind die Konsequenz der Gesetzesänderung vom 4.6.2014. Es bedarf jedoch im letzten Satz des §36 einer Ergänzung bezüglich der Antragsstellung für Ausnahmen von der Stundentafel, Ausnahmen sollten durch die Schulkonferenz beschlossen werden müssen.
 
Inhaltlich begrüßt die Kammer die „Richtlinie für die Erteilung von Hausaufgaben in der Sekundarstufe I des achtstufigen Gymnasiums“, sowie die „Dienstanweisung zur Verteilung von schriftlichen Lernerfolgskontrollen“. Uns erschließt sich nicht, warum diese Regelungen nur für die Sekundarstufe I der Gymnasien, nicht aber für alle anderen Schulformen und Stufen gelten sollen. Die Eltern-kammer verweist insofern auf ihren diesbezüglichen Beschluss  630-01 (siehe Anhang).
Zu § 36 neue Nummer 4 schlägt die Elternkammer folgende Ergänzung vor:
die Höchstgrenze darf überschritten werden, wenn eine Sprache nach Zeile 14 oder 19 der Anlage 6 beziehungsweise 7 oder eine Sprache nach Zeile 6 oder 15 der Anlage 6 beziehungsweise 7 bilingual unterrichtet wird.
Die Elternkammer weist außerdem darauf hin, dass durch die Einfügung einer neuen Nummer 4 in § 36 Abs. 3 die Verweise auf diesen Absatz in den Anlagen 2 bis 7 einer Überarbeitung bedürfen.
 
Grundsätzlich sieht die Kammer jedoch die vorgenommene gesetzliche Regelung als problematisch an. Den nunmehr vollzogenen Eingriff in die Prinzipien der selbst-verantworteten Schule sieht die Kammer als unverhältnismäßig an; er wäre nach unserer Auffassung nicht notwendig gewesen.  
Die vorliegenden Regelungen hätten in Form einer Handreichung für die Schulkonferenzen ausgereicht. Zudem hätte so eine unbürokratische Handreichung bereits vor Jahren hilfreich sein können.
 
Die Möglichkeit für SchülerInnen die in der Beratungsabteilung eines ReBBZ oder von einem Träger der Jugendhilfe schulisch betreut werden, ihre Abschlussprüfung in Anwendung der Externenprüfungsordnung abzulegen, wird begrüßt.

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Beschlüsse der 634. Sitzung am 06.05.2014

Beschluss 632-04 Ombudsstelle Eltern

Die Elternkammer beschließt auf ihrer Sitzung am 06.05.2014:

Die Behörde für Schule und Bildung wird aufgefordert analog zur Ombudsstelle für Schülervertretungen und der für inklusive Bildung eine Ombudsstelle für Eltern und Elternvertretungen einzurichten. Wie die anderen Ombudsstellen sollte auch die Ombudsstelle für Eltern und Elternvertretungen am SIZ angesiedelt sein.  
Die Ombudspersonen für Eltern sollen Sorgeberechtigten und Elternvertretungen in konkreten Fällen Beratung und Unterstützung in allen schulischen Angelegenheiten an Schule bieten. Sie sind unabhängig und, wenn gewünscht, zur Vertraulichkeit verpflichtet.

Sie stehen als AnsprechpartnerInnen für Elternvertretungen in der Klasse, im Elternrat, in der Schulkonferenz und für überschulische Gremien in allen Angelegenheiten, die die schulgesetzlich verankerten Mitbestimmungsrechte betreffen zur Verfügung.
 
Die Ombudspersonen sind Personen, die sich bereits in Vergangenheit aktiv in Elternvertretungen eingebracht haben und von daher über ein fundiertes Wissen über schulische Abläufe und schulgesetzliche Grundlagen verfügen. Sie werden regelmäßig fortgebildet, um das vorhandene Wissen aktuell zu halten.

Sie berichten einmal jährlich an die Behörde und stellen ihren Bericht in der Elternkammer vor. 

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Beschluss 633-04 Rückbau Schulflächen

Die Elternkammer beschließt auf Ihrer Sitzung am 06.05.2014 nachfolgend aufgeführten Antrag:
 
Eine Rekapitalisierung von Bewegungs- und Unterrichtsflächen von Schulen zu Lasten unserer Kinder ist abzulehnen. Unabdingbar ist eine rechtzeitige und umfassende Beteiligung der Eltern- und Schulgremien. Diese ist frühest möglich bereits vor Planungsbeginn der Bau-, Renovierungs- oder Umwidmungs-maßnahme, auch bei Teilflächen, durchzuführen.  
 
Neue zu schaffende Wohngebiete, wie die "Neue Mitte Altona" und in anderen Stadtteilen sind erwünschte neue Lebensräume. Auch dort werden Kinder wohnen, die genügend Bewegungsraum in Schule brauchen.  
 
Die Elternkammer regt an, eine Koordinationsstelle zu schaffen, die sowohl die Bedürfnissen der BSB, der SBH (Finanzbehörde) und weiterer Behörden, wie z.B. die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, dem Landesbetrieb für Straßenbau, Brücken und Gewässer (LSBG) und der Bezirke gleichermaßen im Blick hat, um eine rechtzeitige Information und Beratung der Schulen und ihrer Gremien gewährleisten zu können.  
 
Bei sinnvoller und notwendiger Umwidmung von Schulflächen wäre es wichtig freiwerdende Mittel im Schulbau zu belassen.  

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Beschluss 633-05 Schulschwimmen

Die Elternkammer beschließt auf Ihrer Sitzung am 06.05.2014 nachfolgend aufgeführten Antrag:
 
Die Elternkammer fordert die BSB auf, im Hinblick auf das neue Konzept des Schulschwimmens, den  Grundschulen  genügend  Honorarmittel  zur  Verfügung  zu  stellen,  um  verantwortliches  und kompetentes Begleitpersonal zu finden, welches die Schüler sicher zum und vom Schwimmunterricht begleitet. 

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Beschluss 634-01 Gewaltprävention

Die Elternkammer beschließt auf Ihrer Sitzung am 06.05.2014 nachfolgend aufgeführten Antrag:
 
Die Elternkammer hat sich in der Vergangenheit gegen ein "Ranking" von Schulen in jedem Bereich ausgesprochen.

Der Ausschuss GSU hat größte Bedenken gegen die Veröffentlichung der von den jeweiligen Schulen gemeldeten Gewaltfälle. Gerade Schulen, die sich intensiv mit Gewaltproblematik auseinandersetzen, sollten nicht durch Veröffentlichung stigmatisiert werden.

Beschluss als PDF

Stellungnahme 634-02 Positionspapier Schulbau

Hier bitten wir mit der PDF-Datei vorlieb zu nehmen.
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Stellungnahme 634-03 Rahmenpläne Stadtteilschule

Die Elternkammer beschließt auf ihrer Sitzung am 06.05.2014:

Stellungnahme zu den Rahmenplänen für die Sekundarstufe 1 der Stadteilschulen für die Fächer Biologie, Chemie, Physik, Naturwissenschaften/Technik, Wahlpflichtfach Informatik, Geschichte, Geographie und PGW.

Die Kammer nimmt die Änderung der Rahmenpläne als logische Folge der Aufgliederung der Lernbereiche Naturwissenschaften und Technik, sowie Gesellschaftswissenschaften zur Kenntnis und verweist diesbezüglich auf die Stellungnahme STN 625-08 vom 22.05.2013.

Stellungnahme als PDF

 

 

Stellungnahme 634-05 Bildungsplan Höhere Technikschule

Die Elternkammer beschließt auf ihrer Sitzung am 06.05.2014:

Stellungnahme der Elternkammer zum Bildungsplan Höhere Technikschule
Die Elternkammer nimmt diesen Bildungsplan zur Kenntnis. Dieser ist genauso wie der Bildungsplan der Höheren Handelsschule für drei Jahre zur Erprobung befristet. Die EKH fordert, an der Evaluation beteiligt und über die Ergebnisse aktiv informiert zu werden, wie auch schon in der Stellungnahme STN 625-07 vom 22.05.2013 gefordert.

Zu den Aufgaben der Bildungspläne gehört es auch Schülern und Eltern das Ziel und den Weg der Ausbildung zu vermitteln.

Dazu müssen die Bildungspläne allgemeinverständlich formuliert werden.

Dieser Bildungsplan erfüllt diese Ansprüche leider nicht.

Die Elternkammer bittet diesen Bildungsplan verständlicher für Schüler und Eltern zu erstellen und dementsprechend zu überarbeiten.

Ferner vermissen wir den Inklusionsgedanken in diesem Bildungsplan.

Stellungnahme als PDF

 

 


Beschlüsse der 633. Sitzung am 25.03.2014

Beschluss 633-01 Klausurtagung GBS.pdf

Die Elternkammer beschließt auf ihrer Sitzung am 25.03.2014:
 
Die Elternkammer veranstaltet eine Klausurtagung an einem noch zu bestimmenden Wochenende.
Ziel der Tagung ist es, ein ausführliches Thesenpapier zu sämtlichen Formen des Ganztags zu erstellen.

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Beschluss 633-06 Demonstration GBS_GTS.pdf

Die Elternkammer beschließt auf Ihrer Sitzung am 25.03.2013:
 
Die Elternkammer Hamburg wird mit zur „Warnwesten-Demo“ für einen besseren Ganztag aufrufen und die daran angegliederte Postkartenaktion durch Öffentlichkeitsarbeit unterstützen. 

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STN633-08_Stellungnahme_zu_G9.pdf

Die Elternkammer beschließt auf ihrer Sitzung am 25.03.2014 wie folgt:
 

Die Elternkammer spricht sich für die Beibehaltung des achtjährigen Gymnasiums aus und lehnt die Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums ab.

Investitionen in Schulqualität sind wichtiger als G9

Die Senkung des Abiturstandards, wie von der G9 Initiative vorgeschlagen, ist nicht akzeptabel

 
I.     Höchste Priorität haben in Hamburg Investitionen in Schul- und Unterrichtsqualität, eine Stärkung der Stadtteilschulen und eine Verbesserung der Inklusion. G9 wäre eine Fehllenkung wichtiger Ressourcen in einen Schulzweig, der diese nicht vorrangig benötigt.
Nach einjähriger Selbstbefassung der Hamburger Elternkammer mit den Fragen rund um G8 und G9 stellt die Elternkammer vorweg wie folgt fest:
Die Frage, ob an allen Hamburger Gymnasien wieder das Abitur nach neun anstatt nach acht Jahren ermöglicht werden soll, lässt sich nur mit einem Blick auf das Hamburger Schulsystem als Ganzes beantworten.
Die Elternkammer vertritt die Eltern aller Schulformen in Hamburg. Die Elternkammer setzt sich für die kontinuierliche Weiterentwicklung des Hamburger Schulsystems mit dem Ziel einer besseren Bildung auf Basis folgender Grundsätze ein:
(1) schulformunabhängige Verbesserung des Bildungserfolgs aller Hamburger Schülerinnen und Schüler. Dies muss auch die Anforderungen einer inklusiven, barrierefreien Beschulung für alle SchülerInnen berücksichtigen.
(2) die Schaffung adäquater Strukturen für gutes Lernen, um mittels einer qualitätsvollen Gestaltung von individualisiertem Unterricht jeder Schülerin und jedem Schüler möglichst gut gerecht zu werden und eine optimale Förderung zu bieten.
(3) Sicherung eines hohen Standards aller Bildungsabschlüsse und damit eines sicheren Übergangs in den tertiären Bildungsbereich (d. h. die duale Ausbildung,  nationale und internationale Universitäten oder gleichwertige Bildungseinrichtungen)
(4) Die Entwicklung von Schule als ganztägigen Lernort und Erfahrungsraum, der im Stadtteil verankert ist und sich somit als Vernetzungspartner zum örtlichen Kristallisationspunkt unterschiedlichster schulnaher und schulferner Bildungsprozesse entwickelt.
Das Hamburger Gymnasium ist eng mit dem Rest der Schulwelt verbunden. Es befindet sich nicht in einem Paralleluniversum. Nicht nur die Frage von Standards, Schulprofilen, Bildungsübergängen (Elternwahlrecht nach der Grundschule , Wechsel zwischen den Schulformen (Gymnasium/Stadtteilschule), Übergängen in die Berufsausbildung oder zu den Oberstufen und später zu den  Universitäten) sowie die stetig wachsende  Zahl gymnasialer Schüler (aktuell rund 52 - 54% eines Jahrgangs in Klasse 5-6) vernetzen das Gymnasium mit dem Rest der Schulwelt und müssten bei einem Wechsel des Systems von G8 nach G9 aufeinander abgestimmt werden.  
Die Sonderstellung der Gymnasien bei den Punkten Inklusion sowie der Möglichkeit zur Abschulung nach Klasse 6 müssten bei einer Rückkehr zu G9 mit sofortiger Wirkung entfallen, da die Grundlagen dafür – höhere Anforderungen in kürzerer Zeit – nicht mehr gegeben wären. Die Gymnasien hätten dann Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf im selben Umfang aufzunehmen wie die Stadtteilschulen, eine Möglichkeit zur Abschulung von Kindern nach Klasse 6 wäre nicht mehr gegeben. Das entlastet zwar die Stadtteilschulen, nimmt allerdings auch den Gymnasien ihr Alleinstellungsmerkmal, nämlich die jungen Leute ein Jahr früher als die Stadtteilschulen nach dem Abitur ins Leben zu entlassen, weg von Schulstress und gefühlter Unmündigkeit.
So kann davon ausgegangen werden, dass bei einer flächendeckenden Umstellung der Gymnasien auf 9 Jahre bis zum Abitur ein großer Anteil der Schülerinnen und Schüler, die heute an den Stadtteilschulen das Abitur anstreben, nunmehr direkt das Gymnasium anwählen würden – zumal die Stundenbelastung am Gymnasium laut dem Vorschlag der Initiative deutlich geringer und somit das Abitur mit geringerer Stundenbelastung als an der Stadtteilschule zu erbringen wäre.
Eine Umstellung auf ein neunjähriges Gymnasium wird sofort drei Wirkungen entfalten:
(1)  den Bedarf nach einer vollständig neuen Schulentwicklungsplanung und damit der Finanzierung eines erneuten Um- und Zubau der Infrastruktur (Klassenräume u. a.);
(2) eine Neuverteilung von Ressourcen in Form von Finanzmitteln, Lehrerstunden, Zeitbedarf für Reformen.
(3)neue, aufwändig zu erstellende Bildungspläne und schulische Curricula, da sich seit Umstellung von G9 auf G8 die Schulpädagogik 10 Jahre lang ganz erheblich weiterentwickelt hat.
 
Für die Hamburger Elternkammer sind die folgenden Herausforderungen im Hamburger Schulsystem besonders drängend und somit vorrangig zu lösen:
a.  Die konsequente Fortführung der intensiven Arbeit an einer systematischen Qualitätsentwicklung an allen Schulen, insbesondere der Verbesserung des schulischen Unterrichts und der individuellen Lernergebnisse. Hier ist die Elternkammer im Einklang mit den Ergebnissen der von der Enquete-Kommission „Hamburger Schulentwicklung“ im Jahr 2007 priorisierten Ziele.  
Grundlage für mehr Qualität ist die Weiterentwicklung der an jeder Hamburger Schule stattfindenden, zeitaufwändigen Schulentwicklungsprozesse, die systematische Fortbildung der Lehrkräfte sowie eine Schulaufsicht, die sich auf diese Schlüssel-themen konzentriert.
b.  Die Stärkung der Stadtteilschulen und hier insbesondere der systematischen und individuellen Förderung der Schüler in der Mittelstufe. Gemäß der letzten KESS12-Studie gestalten sich die Lernfortschritte von Stadtteilschulschülern in der (gymnasialen) Oberstufe außerordentlich erfolgreich, während die Lernausgangslagen aus der Mittelstufe verbesserungsbedürftig sind (das heißt in der Mittelstufe lernen die Kinder weniger als sie könnten). Hierfür müssen die Konzepte des individuellen Lernens und Förderns sowie des pädagogischen und lernfördern den Umgangs mit Heterogenität  im Klassenraum weiterentwickelt und im Klassenalltag umgesetzt werden.
c.  Die dringend erforderliche Nachbesserung bei der Umsetzung von Inklusion – angefangen beim pädagogischen Zusatzbedarf an Schulen mit einem niedrigen KESS-Faktor und damit verbunden einem dort überdurchschnittlich hohen Anteil von Risikolernern bis hin zu einer verbesserten Diagnostik und Förderung von LSE Schülern
Die Lösungen dieser zentralen Fragen des Hamburger Schulsystems bedürfen eines erheblichen Mittel- und Zeiteinsatzes.  Der Reformvorschlag der Initiative geht einher mit einer aufwändigen Umstellung der Bildungspläne sowie einer erheblichen Umorganisation in den Schulen. Besondere Schwierigkeiten sind zu erwarten:
- bei der Sicherung der vielfältigen Wahlpflichtbereiche parallel in einer G8- und G9-Form ,  
- bei der Aufrechterhaltung besonders prägender Schulprofile wie im Falle bilingualen Unterrichts, der nunmehr an einer Schule in einer G8- und G9-Ausprägung unterrichtet werden müsste.  
Vor diesem Hintergrund hat die Elternkammer bereits im August 2013 einen dauerhaften Parallelbetrieb von G8 und G9 an jedem einzelnen Gymnasium abgelehnt.
Die Fragen nach den wirklichen Prioritäten im Hamburger Schulsystem blendet der Vorschlag der G9-Initiative aus. Die Initiative vertritt die Interessen einiger gymnasialer Eltern und Schüler auf Kosten der gesamten restlichen Eltern- und Schülerschaft. Die Elternkammer lehnt die daraus in den kommenden Jahren entstehende, einseitige Fokussierung knapper Ressourcen auf die Gymnasien auf ab.  
II.     Die Elternkammer widerspricht der wichtigsten inhaltlichen Begründung der Initiative, dass G9 eine Entlastung der Schülerschaft vom Stress ermöglichen würde.
Hierzu halten wir als Elternkammer fest, dass sich in Hamburg grundsätzlich sowohl das achtjährige als auch das neunjährige Abitur bewährt haben. Es ist dringend notwendig darauf hinzuweisen, dass seit der Schulreform 2009 heute in Hamburg bereits beide Bildungswege (Abitur nach 8 und nach 9 Jahren Sekundarschule) meist wohnortnah beschritten werden können. Dies ist in Hamburg eine andere Situation als in ländlich strukturierten Bundesländern wie Niedersachsen oder Schleswig-Holstein, wo die wohnortsnahe Auswahl an weiterführenden Schulen eingeschränkt ist.
In der Diskussion um Stress in der Schule vermischen sich nach unserer Ansicht eine Reihe fundamentaler Veränderungen:
a.  Mit der Einführung von G8 hat Hamburg im Jahr 2003 die damals lange diskutierte Anhebung des Leistungsstandards beim Abitur vollzogen. Damit fand in Hamburg eine Angleichung an die Stundenzahl anderer Bundesländer statt. Dies führte pro Jahr im Schnitt zu 51 Stunden mehr Unterricht (1.195 zu 1.144 Stunden, siehe Tabelle ).
b.  Mit der Einführung von G8 wurde das Gesamtkontingent an Schulstunden für die Erlangung des Abiturs bundesweit vereinheitlicht (265 Kontingentwochenstunden, d. h. 10.070 Stunden Gesamtstunden bis zum Abitur); um die Verringerung des Schuljahres zu kompensieren, mussten nun in allen Bundesländern jedes Jahr weitere 64 Stunden unterrichtet werden. Diese zusätzlichen Stunden pro Jahr wurden bei der Einführung von G8 in Hamburg ebenfalls  nötig und addierten sich somit zu den Hamburger Stunden.  Aus diesen beiden Anpassungen ergab sich für Hamburger Schüler eine Mehrbelastung von insgesamt 115 Schulstunden pro Jahr
c.  Seit 20 Jahren steigt die Zahl der Gymnasiasten bundesweit in den Städten und Stadtstaaten an, so dass heute rund 54 % eines Hamburger Jahrgangs zum Abitur aufbrechen. Im Vergleich dazu: 2002 waren es in Hamburg 43 % und in den achtziger Jahren 32 %.
 
Wir stellen fest, dass trotz dieser Stundenausweitung und damit der teilweisen Leistungsverdichtung für die Schüler das Gymnasium weiter an Attraktivität gewonnen hat. Diverse Studien [Vieluf 2013, Universität Duisburg-Essen 2014] sowie die vergleichbaren Ergebnisse des Doppeljahrgangs G8 und G9 (in HH im Jahr 2010) belegen, dass die Qualität des Abiturs durch G8 in Hamburg nicht gelitten hat. Vor diesem Hintergrund halten wir als Elternkammer die zeitgleiche, erfolgreiche Steigerung der Abiturientenzahlen für einen großen Erfolg der Bildungspolitik.
Zugleich nehmen wir natürlich zur Kenntnis, dass subjektiv Leistungsdruck und Stress in der Schule zugenommen haben. Die Zunahme von Stress kann nicht schulformspezifisch alleine dem G8 zugeschrieben werden. Vielmehr hat der Stress an allen Schulformen innerhalb des gesamten Systems Schule zugenommen - und das bereits in der Grundschule. Eine Studie des Instituts für soziale Pädi-
atrie und Jugendmedizin der Ludwig-Maximilian-Universität München belegt, dass es keinen messbaren Unterschied zwischen der Stressbelastung von Schülern in G8 und G9 gibt.
Wir Eltern der Elternkammer Hamburg sehen andere, weitere Gründe als das G8 für gestiegenen Schulstress:  
Die Sensibilisierung der Eltern und der Gesellschaft insgesamt für die biografische Bedeutung des Bildungsabschlusses hat sich die letzten zwei Jahrzehnte durch alle soziale Schichten hindurch erheblich verstärkt.  
a.  Die Toleranz gegenüber Lernschwierigkeiten, mangelnder Lern- und Leistungsdisziplin in der Schule ist dramatisch gesunken.
b.   Die heutigen Eltern wissen aus ihrer Lebensbiografie um den engen Zusammenhang zwischen Bildungsabschluss und sozialem Aufstieg – wir sehen, dass der hohe Leistungsstress im System Schule im Wesentlichen familiär begründet ist.
c.  Die stetig wachsende Anwahlquote des Gymnasiums muss unweigerlich mehr und mehr die Kinder einem Leistungsdruck aussetzen, die aufgrund ihres jeweiligen Entwicklungsstandes oder ihrer Begabungen den Anforderungen bestenfalls nur durch außerordentliche Lernanstrengung noch gewachsen sind. Viele Schüler kommen mit dem Lerntempo des achtjährigen Gymnasiums gut zurecht und haben Zeit für den Sportverein, das Musikinstrument und das schulische Orchester.
Vor diesem Hintergrund halten wir es für einen  Trugschluss das achtjährige Abitur mit dem Argument „Stress“ in Frage zu stellen.  
Es ist vielmehr an der Zeit, eine Debatte darüber zu führen, dass wir uns in einer paradoxen Situation befinden: Nie war die Durchlässigkeit unseres Bildungssystems zwischen den einzelnen Bildungswegen größer als heute. Es gibt mittlerweile vielfältige Möglichkeiten, den individuellen Bildungsweg der Lerngeschwindigkeit oder dem Entwicklungsstand der Heranwachsenden und später der Jung-Erwachsenen anzupassen. In Hamburg bietet die Stadtteilschule die Möglichkeit eines ent-
schleunigten Abiturs, zudem in Verbindung mit einer berufsorientierten Vorbereitung. Zugleich ist der Hochschulzugang eben nicht mehr auf das Abitur beschränkt, sondern kann darüber hinaus auch durch berufliche Abschlüsse und Berufserfahrung erlangt werden. Vor diesem Hintergrund ist der familiäre Leistungsdruck vom Grundschulalter an paradox und für viele Kinder nicht nur seelisch kontraproduktiv.  
III.     Die Elternkammer fordert den Senat auf, die Verbesserungen am G8 zügig umzusetzen und hierfür den Schulen klarere Vorgaben zu machen. Besonders kritisch sieht die Elternkammer die Behauptung, dass mit dem achtjährigen Gymnasium
bereits 11-jährige Kinder generell 45 bis 50 Stunden die Woche für die Schule arbeiten müssten. Dies steht im Widerspruch zu ihren eigenen Erfahrungen und erschwert eine seriöse Diskussion über die Ursachen von Schulstress.
In der späten Mittelstufe und in der Oberstufe kann es zu anspruchsvollen Lernwochen kommen. Ob dies im Einzelfall mal 45 oder mehr Stunden für Schüler bedeuten kann, hängt sowohl von den gewählten Wahlpflichtfächern (Stichwort 3. Fremdsprache), der Lerneffektivität der Schüler als auch von der Qualität der Schulorganisation ab. Eine fehlende Rhythmisierung sowie eine schlechte Ab-
stimmung von Klausuren, Referaten und Hausarbeiten zwischen den Fachlehrern einer Jahrgangsstufe ist mittlerweile 10 Jahre nach der Einführung des G8 nicht mehr akzeptabel.
Die Elternkammer fordert an dieser Stelle, dass die Schulen in ihren internen Abstimmungsergebnissen transparenter werden und mit modernen (z. B. internetbasierten) Planungswerkzeugen auszurüsten sind. Auch sollte die Vergabe von Verwaltungs- und Organisationsaufgaben der Schulen an dafür ausgebildete Fachkräfte erwogen werden; Schulversuche dazu haben hervorragende Ergebnisse
gebracht. Die grundsätzlichen G8-Erleichterungen der Schulen sowie die operative Qualität der Zeitplanungen muss messbar sein und ein Kriterium der Schulinspektion werden. Die Schulaufsicht muss sich der „schwarzen Schafe“ annehmen, so dass deren interne Schulkoordination verbessert wird.
Auch der Übergangsprozess von der Grundschule in die weiterführende Schule kann besser gestaltet werden. Die Kammer verweist auf ihre Forderungen aus Beschluss 630-02 vom 10.12.2014, die den Übergang aus der Grundschule in die weiterführende Schule verbessern würden. Ein verbesserter Übergangsprozess würde dazu führen, dass die Schülerinnen und Schüler in der weiterführenden
Schule ein für sie passenderes Angebot finden können, und so helfen, Schulstress zu vermeiden.
IV.     Der Vorschlag der G9-Initiative führt zu einem Absenken des Abiturstandards und damit zu einer Einschränkung der Studierfähigkeit. Die Sicherstellung einer angemessen anspruchsvollen gymnasialen Stundentafel ist in den Verhandlungen der Bürgerschaft mit der Initiative unbedingt zu berücksichtigen.
Die Einführung des G8 wurde bundesweit mittels einer Absenkung der Gesamt-unterrichtsstunden bis zum Abitur ermöglicht. Hierbei fand in Hamburg aufgrund des ehedem niedrigeren Stundenniveaus eine geringere Anpassung (Absenkung) als bspw. in Bayern statt. Der Vorschlag der G9-Initiative stockt das Hamburger Stundenkontingent nicht wieder auf. Die Gesamtstundenzahl bis zum Abitur wird gleich bleiben, lediglich die Verteilung wird über neun anstatt über acht Jahre erfolgen. 
 
 Vor dem Hintergrund der vielfältigen Hochschulzugangsmöglichkeiten befürchtet die Elternkammer eine Entwicklung, dass ein Absenken des Abiturniveaus unter die ursprüngliche Jahresstundenmenge der 80er und 90er Jahre letztlich zu einem erheblichen Qualitätsverlust des Hamburger Abiturs führt.
Im Ergebnis wäre es dann möglich das Abitur am Gymnasium mit weniger Unterricht als an der Stadtteilschule abzulegen.  Sollte ein Volksentscheid sich für die Einführung des neunjährigen Gymnasiums aussprechen, so muss aus Sicht der Elternkammer unbedingt gewährleistet sein, dass die unterrichteten Gesamtunterrichtsstunden bis zum Abitur um 700 Schulstunden (verteilt auf 9 Jahre) auf das Niveau der Stadtteil-
schulen angehoben werden. Zudem haben dann auch Gymnasien verbindlich die Inklusion wie an den Stadtteilschulen umzusetzen Schule muss auch auf Stressphasen vorbereiten. Die universitären Anforderungen an Umfang und Geschwindigkeit des Wissenserwerbs, insbesondere in den Naturwissenschaften, lässt sich nur durch Hinführung durch die Schule bewältigen. Die zügige und effiziente Bewältigung einer großen Stoffmenge ist eine für die Universität genauso wie für das Berufsleben wichtige Kompetenz und ein wesentliches Element der Studierfähigkeit.  
Die von der G9-Initiative geforderte Absenkung des durchschnittlichen wöchentlichen Stundenkontingents des Gymnasiums in Richtung der Wochenstundenzahl von Viertklässlern, also wie in der Grundschule, halten wir für eine abwegige Entwicklung. Sollte das Hamburger Abitur die Schülerinnen und Schüler nicht sicher zur Stoff-bewältigung und somit zur Studierfähigkeit führen, so befürchtet die Hamburger Elternkammer, dass dies den Universitäten die Tür zu abitur-unabhängigen und
damit sehr unsozialen Ausleseverfahren öffnet. Dies lehnt die Elternkammer kategorisch ab.
Die Behauptung, es gäbe mit G9 „mehr Zeit für Vertiefung und Wiederholung im Unterricht“ (siehe Internetauftritt der Initiative), suggeriert eine Leichtigkeit die so nicht haltbar ist.
Um den Abiturstandard mit G9 zu gewährleisten, müsste der Vorschlag der Initiative auch eine Ausweitung des schulischen Stundenkontingents vorsehen. Damit wären aber alle Folgeargumente der Initiative, dass es mit G9 mehr Zeit gäbe, wiederum weitgehend hinfällig.
V.     Ein Jahr weniger Schule bedeutet auch ein Jahr früher mehr Freiheit in der Lebensgestaltung von jungen Erwachsenen. Sind unsere Kinder tatsächlich mit 17 oder 18 noch nicht reif genug, in die Welt hinaus zu gehen?
Befreit von ideologischen Aufladungen in die eine oder andere Richtung ("Qualität“, Stress, u. a. sowie um die Fragen der Umsetzbarkeit oder der Finanzierung von G9, reduziert sich die Entscheidung über ein achtjähriges oder neunjähriges Gymnasium im Grunde genommen auf den einen Punkt:  
Was nützt meinem Kind, was nützt uns als Gesellschaft das eine Jahr länger in der Schule? Welches zusätzliche Wissen und Können erlangen unsere Kinder in dem einen zusätzlichen Schuljahr, das sie für die Bewältigung ihres Lebensweges und ihrer beruflichen Entwicklung so grundlegend besser ausstattet als ohne dieses zusätzliche Jahr?  
Letztlich gibt es so viele gute individuelle Gründe, Schüler entweder nach acht Jahren am Gymnasium oder nach neun Jahren an einer Stadtteilschule Abitur machen zu lassen, wie es Schüler gibt. Zumal auch Gymnasiasten die Möglichkeit offensteht, nach Abschluss der 10. Klasse am Gymnasium in die 11. Klasse einer Stadtteilschule überzugehen und damit nach neun Jahren das Abitur abzulegen.
Die Elternkammer sieht in einem starken achtjährigen gymnasialen Zweig in Hamburg einen kulturellen und humanistischen Wert: Den Schülern, denen es gut tut, ermöglicht es den frühen Ausstieg aus ihrer Unmündigkeit - ins Studium, ins Leben.
 
VI.  Die Argumentation der Elternkammer für G8 im Detail
1.  Die 2010 mit großer Mehrheit parteiübergreifend gefasste Vereinbarung der Hamburgischen Bürgerschaft, keine weiteren Schulstrukturreformen für die nächsten 10 Jahre einzuleiten, würde damit ohne Not gebrochen. Viele Studien belegen, dass gute Bildung eine Folge guten Unterrichts sind, Änderungen an der Struktur - wie von der Initiative angestrebt – haben bestenfalls minimalen, im Normalfall gar keinen Einfluss auf die Unterrichtsqualität. Der Aufwand für eine solche Strukturänderung steht in keinem Verhältnis zum bestenfalls geringfügigen, vermutlich eher gar nicht zu erwartenden Nutzen.
2.  Die Gymnasien hatten und haben in Hamburg ein gutes Ansehen und einen hohen Stellenwert. Das Erreichen des Abiturs nach acht anstatt neun Jahren wurde dank einiger Anpassungen bei der Stundentafel sowie den Rahmen- und Bildungsplänen in Hamburg erfolgreich eingeführt. Auch die KESS-Studien belegen dies: Die gymna-sialen Abiturienten verlassen die Schule keinesfalls mit schlechteren Noten als die vorangegangenen Jahrgänge. Die Zahl der Abiturienten ist in den letzten Jahren gestiegen, das Notenniveau ist mindestens gleich geblieben, mit Tendenz zum Besseren. Die inzwischen eingeführten zentralen Prüfungen erhöhen den Standard und die Vergleichbarkeit. Die Leistungsspitze ist deutlich verbreitert, das heißt, dass mehr begabte Schüler besser gefordert sind, entsprechend auch gute Leistungen erbringen.
3.  Der jährlich wiederkehrende Ansturm auf die 5. Klassen der Gymnasien hat vielfältige Gründe, über die es keine verlässlichen Erhebungen gibt, aber doch gewisse Erfahrungswerte. So ist zu hinterfragen, warum viele Eltern trotz anderslautender Prognosen ihr Kind am Gymnasium anmelden. Die Gymnasialquote ist in Hamburg in den Klassenstufen 5-6  mit über 50 % sehr hoch, ab Klasse 7 verschiebt sich diese Relation zugunsten der Stadtteilschulen. Einigen Kindern ist zuzutrauen, durchaus ein gutes Abitur zu schaffen, allerdings zeichnet sich relativ früh ab, dass ihnen ein Jahr mehr Zeit guttäte. Das Abitur an der Stadtteilschule wird in der öffentlichen Wahrnehmung oft als "zweitklassig" angesehen, was jeglicher Grundlage entbehrt, denn die Unterrichtsinhalte der Oberstufen sowie die Prüfungen sind in beiden Schulformen absolut identisch, das Abitur an der Stadtteilschule damit zwingend als gleichwertig zu betrachten. Es ist unumgänglich, diese Information nachdrücklich nach außen zu transportieren, um sie bekannt zu machen. Die Anwahl des Gymnasiums aus sozialen Gründen (keine Inklusion!) wird ebenfalls genannt, dürfte aber nicht in diesem Ausmaß vorkommen.
4.  Es wurden bereits viele Verbesserungen der Unterrichtsqualität, die bekanntermaßen den höchsten Einfluss auf die Bildung hat, angegangen und zu Teilen gar umgesetzt. Es ist vorrangig, diesen guten Ansatz zu unterstützen und nachhaltig zu fördern, damit er wirklich allen Schülern in Hamburg zugutekommt. Eine Strukturreform würde diese guten Ansätze im besten Fall bremsen, im schlimmsten Fall gar vollends aufheben, da dann weder zeitliche noch personelle Ressourcen für eine weitere Verbesserung der Unterrichtsqualität mehr zur Verfügung stünden. Es müsste alles in die Restrukturierung hin zu G9 investiert werden.
5.  Die meisten Gymnasien haben die damaligen Empfehlungen der Schulbehörde zur Verbesserung der Situation der Kinder und Jugendlichen in Bezug auf zeitliche und inhaltliche Belastung befolgt und damit gute Erfolge erzielt. Hätten die Empfehlungen von Beginn an verbindlicheren Charakter gehabt, könnte dies bereits bei sämtlichen Hamburger Gymnasien der Fall sein. Es ist also eher angezeigt, die Schulaufsicht wieder mit mehr Kompetenzen auszustatten. Dann kann die Behörde nachhaltiger – und verbindlicher – diejenigen Gymnasien unterstützen, die hier noch Bedarf haben.
6.  Die Mindeststundenzahl bis zum Abitur müsste analog zu den Stadtteilschulen steigen (siehe Seite 6), um die von der Initiative angestrebte Vertiefung und mehr Zeit beim Erlernen des Stoffs zu erreichen. Eine bloße "Streckung" der Schulzeit von acht auf neun Jahre ohne Erhöhung der Gesamtstundenzahl führte hingegen keinesfalls zu einer Vertiefung oder Wiederholung des Stoffs, sondern lediglich zu einer Ungleichbehandlung der jungen Leute, da nicht alle Kinder eine gleich gute Unterstützung von zu Hause in ihrer Zeit außerhalb der Schule zu erwarten haben. Dies ist gemäß Schulgesetz von Schule zu leisten, was unweigerlich eine Erhöhung der Stundenzahl zur Folge hat.
7.  Gesamtgesellschaftlich ist die zur Verfügung stehende freie Zeit der Eltern zurückgegangen. Es gibt deutlich mehr Haushalte, in denen beide Elternteile erwerbstätig sind, als das noch vor 10 Jahren der Fall war. Auch die Zahl der Alleinerziehenden hat stark zugenommen. Die Kinder sind in großer Zahl häufig bereits in Krippe, Kindergarten und Grundschule in ganztägiger fremder Obhut, da die Eltern es sich schlicht nicht mehr leisten können, dass einer von beiden zu Hause bleibt. Damit wird auch die Nachmittagsbetreuung der Gymnasiasten aufwachsend immer wichtiger. Schon heute bieten viele weiterführende Schulen – gleich ob Gymnasien oder Stadtteilschulen – nachmittags Kurse an: Förderkurse, Hausaufgabenbetreuung, Sport, Kunst, Schach u. a. Dies ist in großem Um-
fang inzwischen zur Normalität geworden, auch an Gymnasien. Viele Vereine und Feu
erwehren haben sich notgedrungen darauf eingestellt und die Anfangszeiten ihrer Kurse nach hinten verschoben oder sind Kooperationen mit den Schulen eingegangen.
8.  Alleinstellungsmerkmale von Gymnasien (Inklusion nur in Ausnahmefällen, leistungsabhängiger Schulformwechsel nach Klasse 6) wären bei der Einführung von G9 nicht mehr haltbar (siehe auch Seite 2).
9.  Gymnasiasten, die nach Klasse 10 meinen, doch lieber ein Jahr länger bis zum Abitur haben zu wollen, steht es schon heute frei, in die 11. Klasse einer Stadtteilschule oder eines beruflichen Gymnasiums (anstatt direkt in die Oberstufe) zu wechseln, von den bis dato erreichten Mehrstunden zu profitieren und somit möglicherweise ein nach eigenen Ansprüchen besseres Abitur abzulegen. G9 ist bereits mit den heutigen Gegebenheiten möglich.
10. Auch die mangelnde Studierfähigkeit der Abiturienten wird immer wieder angeführt, als Beleg für die fehlende breite Akzeptanz des G8. Diese mangelnde Studierfähigkeit hat vielfältige Ursachen, die bereits seit vielen Jahrzehnten immer wieder von den Hochschulen beklagt werden. Auch schon zu Zeiten von G9. Es wäre doch angezeigt, dass die weiterführenden Schulen in der Oberstufe mehr für die Studienorientierung tun und die deutschen Hochschulen zudem gezielt Trainings anbieten, um diesen bereits seit langem bestehenden Missstand endlich zu beheben (siehe auch Studie der Uni Duisburg-Essen www.uni-due.de/de/presse/meldung.php. Wer das Glück hatte, bereits im Ausland einige Zeit als (Gast-)Student an einer Universität studiert zu haben, kennt die kulturellen Unterschiede zur Genüge und weiß um die Verbesserungsmöglichkeiten. Mit G8 oder G9 hat das nichts zu tun.
11. Y-Gymnasien – also Gymnasien, an denen gleichzeitig G8 und G9 angeboten und ein Wechsel vom einem zum anderen System jederzeit möglich ist – wären sowohl pädagogisch als auch verwaltungstechnisch kaum zu handhaben. Es müsste für jede Schule oder zentral in der Behörde eine Stelle vorgesehen werden, die sich nur mit der korrekten Berechnung der Fächer und Stunden jedes einzelnen Schülers befasst. Selbst in den Bundesländern, in denen diese Möglichkeit besteht, machen aus gutem Grund nur sehr wenige Schulen davon Gebrauch, da die organisatorische Belastung extrem ist. Es müssten zudem für jeden Jahrgang ein eigenes Curriculum für beide Formen entwickelt werden, was wiederum wertvolle Zeit und Personalressourcen bindet, die wiederum nicht für die so dringend benötigte Verbesserung der Unterrichtsqualität zur Verfügung stünde.  
An dieser Stelle der Hinweis auf unsere Stellungnahme 627-03 zum Thema vom 27.08.2013, in der genau dies behandelt wird: Verwerfungen in der Schullandschaft wegen parallel anzubietender Kurse, permanente "Doppeljahrgänge", die den Leistungsdruck erhöhen, Ressourcenverlagerung weg von der Verbesserung der Unterrichtsqualität hin zur organisatorischen Verwaltung der G8/G9-Struktur (s. auch Punkt 9). 

 

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Stundentafel

Tabelle 1: Bei den Stundenangaben handelt es sich jeweils um Jahresdurchschnitte quer über alle Schuljahre. Tatsächlich ist das Stundenkontingent in den unteren Klassenstufen niedriger und steigt auf bis zu 34, und bei der Wahl einer dritten Fremdsprache bis auf 35 oder 36, Stunden pro Woche an

STN 633-09 Änderung HmbSG §53.pdf

Die Elternkammer beschließt auf ihrer Sitzung am 25.03.2014:
Die Kammer nimmt die geplante Streichung der Nummer 5, Satz 2, Absatz 4 des §53 HmbSG zur Kenntnis.
Die Kammer gibt zu bedenken, dass die von der Behörde gewählte Form des Eingriffs um die G8 Erleichterung durchzusetzen, dem Prinzip der selbstverantworteten Schule widerspricht.
Für die Elternkammer ist dies ein Beleg, dass die Schulaufsicht mit mehr Kompetenzen auszustatten ist und das Verhältnis zwischen Schulaufsicht und selbstverantworteter Schule überdacht werden sollte.
Die Kammer fordert, dass bei der nun notwendigen Anpassung von Ausbildungs- und Prüfungsordnung, sowie Handreichungen und Verordnungen sichergestellt wird, dass Schulen die von der Schulbehörde zentral vorzugebenen Anzahlen von Lernerfolgskontrollen und Hausaufgaben durch Schulkonferenzbeschluss unterschreiten, aber nicht überschreiten können und fordert eine frühzeitige Beteiligung bei der Erarbeitung dieser Änderungen.
Bezüglich des angedachten schulhalbjährlichen Terminplans für Klassenarbeiten, Referate, Präsentationen und besondere Lernaufgaben weist die Elternkammer darauf hin, dass auch Änderungen dieser Planung sorgfältig abgestimmt werden müssen. Die Elternkammer schlägt vor, dass nicht nur die eigentliche Planung, sondern auch jede Änderung durch die Klassenkonferenz zu beschließen ist.
 

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2014 Beschlüsse