Beschlüsse der 661. Kammersitzung vom 16.05.2017

Stellungnahme 661-01 "Schulorga"

Die Elternkammer beschließt auf ihrer Sitzung am 16.05.2017:

Die Elternkammer nimmt die Verordnung über Maßnahmen im Rahmen der Schulorganisation zum Schuljahresbeginn 2017/18 zur Kenntnis.

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Beschluss 661-02 "Familientag"

Die Elternkammer beschließt auf ihrer Sitzung am 16.05.2017:

Die Elternkammer Hamburg wird am 26.08.2017 wieder an der Infobörse des Hamburger Familientages mit einem Infostand inkl. Kinderaktion teilnehmen. Ziel ist es, mit Eltern ins Gespräch zu kommen, über Elternarbeit im Allgemeinen und die Arbeit der Elternkammer im Speziellen zu informieren, sowie für Fragen als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Federführend bei der Organisation des Infostandes ist der Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit (ÖFFA), als Standbetreuung oder Auf-/Abbauhelfer kann jedes Kammermitglied teilnehmen. Der ÖFFA wird hierzu noch eine E-Mailabfrage starten.
Für den Infostand und die anzubietende Kinderaktion gewährt das Plenum ein Budget von maximal 250 Euro für Dekoration, Verbrauchsmaterial, Flyerdruck etc. Die Posten sind im Einzelnen mit dem Rechnungsführer abzurechnen.

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Beschluss 661-03 "Kommunikationsetat"

Die Elternkammer beschließt auf ihrer Sitzung am 16.05.2017:

Es wird für die Kommunikationsaufgaben des ÖFFA ein Budget benötigt. Dieses umfasst Aufwendungen für

  • Den Druck und die Verteilung von Flyern
  • Mailings für den Newsletter
  • Die mögliche Nutzung des Abstimmungstools
  • Informations-Mailings an Elternräte
  • Kleinaufträge wie Namensschilder etc. für Veranstaltungen
  • Mögliche Anpassungen bei Roll-Ups bzw. am EK Stand

Hierfür sollen je nach Bedarf aber höchstens bis zu 1.000€ bis zum 31.12.2017 bereitgestellt werden.

Ausgaben, die einen Betrag von 100€ überschreiten, bedürfen der Zustimmung durch den Rechnungsführer.

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Beschluss 661-04 "Buttonmaschine"

Die Elternkammer beschließt auf ihrer Sitzung am 16.05.2017:

Die Elternkammer schafft sich eine Button-Prägemaschine an, hierfür wird ein Budget von 375 EUR festgelegt.

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Beschluss 661-05 "Budget KER"

Die Elternkammer beschließt auf ihrer Sitzung am 16.05.2017:

Die Elternkammer stellt aus Ihren freien Mitteln ein Budget für jeden KER für das laufende Jahr zur Verfügung. Pro KER ist dies ein Betrag von maximal 100 EUR p.a. Es werden nur Sachmittelkosten erstattet, Anträge sind mit Begründung und Belegen von Unterschriften zwei Mitgliedern eines KER Vorstands an den RF der Kammer zu stellen. Nicht in Anspruch genommene Budgetbeträge verfallen zum Jahresende.

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Stellungnahme 661-06 "Fortschreibung der Reform der Lehrerausbildung"

Die Elternkammer begrüßt die Möglichkeit zu den Empfehlungen zur Fortschreibung der Reform der Lehrerbildung in Hamburg Stellung nehmen zu dürfen. Die Lehrkraft ist unserer Ansicht nach ein wesentlicher Gelingensfaktor für guten Unterricht. Deshalb ist der Elternschaft an einer hochwertigen und zeitgemäßen Ausbildung von Lehrkräften gelegen. Sie soll die angehenden Lehrerinnen und Lehrer befähigen, unseren Kindern zu einer Bildung zu verhelfen, die sie in die Lage versetzt, selbstbestimmte und verantwortungsbewusste Mitglieder und Mitgestalter unserer Gesellschaft zu werden.

Zunächst beziehen wir uns auf die fünf Empfehlungen der Expertenkommission. Im Anschluss daran möchten wir von uns wahrgenommene Problemlagen bei bereits ausgebildeten und unterrichtenden Lehrkräften beschreiben, aus denen ggf. Anregungen für die Ausgestaltung der Lehrerausbildung abgeleitet werden können, auch wenn sich die von der Elternschaft gemachten Erfahrungen nicht ausschließlich auf in Hamburg ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer beziehen und sich die Ausbildung möglicherweise bereits geändert hat.

1. Die inklusionspädagogische Qualifizierung aller Lehrämter

Richtig, Inklusion muss perspektivisch an allen Schulformen qualifiziert und effektiv möglich sein. Das vom Expertenteam an dieser Stelle zu Grunde gelegte weite Verständnis des Inklusionsbegriffs unterstützen wir ausdrücklich. Die Anforderungen, die mit dem Unterrichten heterogener Lerngruppen – insbesondere in einer Großstadt – einhergehen, werden damit adressiert. Somit wird der Anspruch unterstrichen, jedes Kind dabei zu unterstützen an seinem persönlichen Leistungsoptimum zu lernen. Allerdings sollte das nicht zu Lasten der Fachlichkeit in der Ausbildung gehen.

2. Das neue eigenständige Lehramt an Grundschulen

Mathematik als Pflichtfach befürwortet die Elternkammer nicht.

Kritisch sehen wir zudem die vollständige Entkopplung von Grundschule und weiterführender Schule, wissend dass der Übergang von der Grundschule auf die weiterführenden Schulen zur Zeit lehrerseitig nicht optimal begleitet wird. Hier muss die Ausbildung sicherstellen, dass Lehrkräfte von Grund- und weiterführenden Schulen über ausreichende Kenntnis über die Arbeit an der jeweils anderen Schulform und die Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler verfügen. Nur so können Lehrer die Familien qualitativ hochwertig beim Übergang in Klasse 5 beraten.

3. Das neue Lehramt an Stadtteilschulen

Wir sehen hier die Gefahr, dass die Unterschiede zwischen den Schulformen (Gym/StS) manifestiert werden. Wir vermuten, dass Stadtteilschul-Lehrkräfte aufgrund der Tatsache, dass sie nur in einem Fach die Befähigung zum Unterrichten in der Sekundarstufe II aufweisen, schwerlich Beschäftigung an Gymnasien finden. Die Einsetzbarkeit dieser Lehrkräfte wäre aus gymnasialorganisatorischer Sicht zu beschränkt. Insbesondere an Stadtteilschulen, deren Schülerschaft häufig sehr heterogen ist, ist die Ausbildung der dort unterrichtenden Lehrkräfte von überragender Bedeutung. Da neben der pädagogischen Ausbildung eine hohe Fachlichkeit der Lehrkraft – wie von der BSB für das Fach Mathematik selbst postuliert – auch entscheidend für den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler ist, sollten Lehrkräfte hier in beiden Bereichen bestens ausgebildet sein.

Aus diesen beiden Gründen lehnen wir das Y-Modell in der vorgestellten Form ab. Wir plädieren für ein einheitliches Lehramt mit der Befähigung zum Unterrichten von zwei Fächern in der Sekundarstufe II und für die Möglichkeit, dass Lehramtsanwärter die Wahl haben, neben der für das Unterrichten in der Sekundarstufe II geforderten Fachlichkeit zusätzlich vertieft pädagogische Kenntnisse zu erwerben, die der besonderen Situation der Stadtteilschulen Rechnung tragen.

4. Das Lehramt Sonderpädagogik

Wir begrüßen die vorgestellten Vorschläge und plädieren dafür, dass neben der begrüßenswerten Qualifikation im Bereich der Gebärdensprache ebenso die Ausbildung in unterstützter Kommunikation gestärkt wird.

5. Alternative Zugangswege zum beruflichen Lehramt

Die Erleichterung des Quereinstiegs begrüßen wir. Das erfolgreiche Unterrichten an beruflichen Schulen setzt unserem Verständnis nach praktische Erfahrung im Berufsleben voraus. Bereits jetzt ist für das Lehramt Berufsschule vorgesehen, dass Bewerber/innen mindestens eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen müssen. Deshalb möchten wir anregen, auch bei Quereinsteigern aus Universitäten Berufserfahrung vorauszusetzen. Zudem sollte vermieden werden, solche Quereinsteiger zu Lehrkräften auszubilden, die in der Wirtschaft erfolglos waren und allein aus diesem Grund das Lehramt Berufsschule anstreben.

6. Beobachtete Problemlagen bei bereits ausgebildeten Lehrkräften

> Noch früheres Kennenlernen der Berufspraxis

Wir erleben es immer wieder, dass Menschen den Beruf des Lehrers ergreifen, obwohl sie über keine ausgeprägten Stärken in den für den Lehrerberuf so wichtigen personalen und sozial-kommunikativen Kompetenzen verfügen. Nach einem 10semestrigen Studium mit anschließendem Vorbereitungsdienst ist es für viele jedoch zu spät, um umzusatteln. Deshalb regen wir an, praktische Einheiten über das ISP hinaus im Semester 5 in der Phase I oder gar dem Studium vorgelagert zu verankern.

> Zugangsvoraussetzungen zum Studium

Die Zugangsberechtigung zum Studiengang über die Abiturnote (in Hamburg zur Zeit ca. 1,5) allein erscheint wenig sachdienlich, da sie nichts über die Persönlichkeit eines Bewerbers aussagt. Man könnte sich sogar auf folgenden Standpunkt stellen: Denjenigen, die sich seinerzeit mit dem Lernen etwas schwerer getan haben, fällt es aufgrund eigener Erfahrung leichter, Schüler zu unterrichten, die nicht zu den sogenannten Schnelllernern zählen. Insbesondere diese Schülerinnen und Schüler stellen aber für viele Lehrkräfte eine besondere Herausforderung dar.

Fernen wissen wir von Menschen, denen aufgrund ihrer Abiturnote ein Zugang zum Lehramtsstudium verschlossen bleibt. Wir halten es deshalb für angebracht, alternative Zugänge über Assessments zu ermöglichen, in denen die Bewerber auf Motivationslage und Geeignetheit für das Lehramt getestet werden. So führt die TU München z. B. in einer Reihe von Studiengängen Auswahlgespräche mit Bewerbern, die über die fachspezifisch gewichteten (!) Abiturnoten nicht zum Studiengang zugelassen worden wären.

Auch ein Quereinstieg analog zum Lehramtsstudium BS sollte erwogen werden.

> Fokus auf: Teamfähigkeit, Umgang mit schwierigen Situationen, Menschenführung, Kommunikation

  • Der berufliche Alltag von Lehrerinnen und Lehrern hat sich stark verändert. So dürfen LuL von heute immer weniger „Einzelkämpfer“ sein, sondern sind angehalten, im Team mit anderen Lehrkräften zu arbeiten.
  • Sie sollen daneben auch mit Schülern und Eltern im kritischen Austausch über die eigene Leistung stehen. Der konstruktive Umgang mit Misserfolgen und schwierigen Situationen sowie die Selbstreflexion scheinen häufig herausfordernde Felder des Lehreralltags darzustellen.
  • Junge Menschen von heute haben einen anderen Anspruch an Autorität. Sie akzeptieren Führung, nicht aber Befehle.
  • Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass Bildung als zunehmend essentieller für den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolg wahrgenommen wird, treten auch die Eltern stärker in Kontakt mit den Lehrkräften und erfordern ein hohes Maß an Kommunikationsfähigkeit.

Diese Thematiken bzw. Kompetenzen sollten im Rahmen der Ausbildung behandelt und trainiert werden.

> Digitales Lernen

Unsere heutige Welt von ist durch die Digitalisierung geprägt. In Schule wird dieses Thema jedoch zumeist nachrangig behandelt. Lehrerinnen und Lehrer von heute müssen ihre Schülerschaft in der digitalen Welt begleiten und anleiten. Sie müssen befähigt sein, digitales Lernen dort einzusetzen, wo es sinnvoll erscheint und sich digitale Lerninhalte zu Nutze machen. Damit einher geht ein verändertes Selbstverständnis des Lehrers vom „Alles-Wisser“ zum „Alles-Ermöglicher“.

> Elternmitwirkung, Schulrecht

  • Das Hamburger Schulgesetz beschreibt die Bildungspartnerschaft zwischen Elternhaus und Schule und sieht vielfältige und weitreichende Mitgestaltungsmöglichkeiten der Elternschaft vor. Lehrkräfte haben oft nur unzureichend Kenntnis von der durch das Schulgesetz definierten Rolle der Eltern.
  • Auch eine Vermittlung der praxisrelevanten schulgesetzlichen Bestimmungen erscheint ratsam.

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Beschlüsse der 660. Kammersitzung vom 11.04.2017

Stellungnahme 660-01 "BP GE"

Die Elternkammer beschließt auf ihrer Sitzung am 11.04.2017:

Stellungnahme zum Entwurf eines Bildungsplans mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

Die Elternkammer begrüßt die Entwicklung eines Bildungsplans für den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung und wünscht sich, dass auch für weitere Förderschwerpunkte so schnell wie möglich Bildungspläne entwickelt werden, so dass dann verbindliche Rahmen für die Bildung aller Schülerinnen und Schülern, die nicht nach den Bildungsplänen für GS, StS und Gym unterrichtet werden können, vorliegen.

Dabei befürwortet die Elternkammer am vorliegenden Entwurf, dass er eine Bildung befördert, die sich sowohl an den persönlichen Ausgangslagen und Entwicklungspotenzialen sowie den individuellen Lebenswelten der Schülerinnen und Schülern orientiert. Ferner folgt die Elternkammer dem Ansatz, eine jahrgangsstufenunabhängige, zieldifferente, fächerübergreifende Bildung zu ermöglichen, die darauf ausgerichtet ist, die Schülerinnen und Schülern dort abzuholen, wo sie stehen und ihnen bestmögliche Perspektiven zu einem maximal selbstbestimmten Leben neben und nach der Schule zu eröffnen.

Die Elternkammer sieht jedoch große Herausforderungen bei der Implementierung dieses Bildungsplanes, da er aufgrund seiner Orientierung an Leitthemen und seiner Zieldifferenz erheblich von der vorherrschenden Idee und Organisation von Schule abweicht.

Dies gilt vor allen Dingen bei der inklusiven Beschulung von Schülerinnen und Schülern mit dem FS GE an den weiterführenden Schulen. Dort ist der Schulalltag fachlich und mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Lehrkräften organisiert. Der Bildungsplan FS GE sieht zwar auch eine fachliche Organisation der Schultages vor, gibt aber vor, dass sich die Bildung an Leitthemen und nicht an Fächern zu orientieren habe. Für eine integrierte Aufbereitung eines Leitthemas mit mehreren Lehrkräften vermutet die Elternkammer einen erheblichen Zeitbedarf. Diese Zeit der Entwicklung muss den Lehrkräften auch zur Verfügung stehen. Die Begleitung der Schülerinnen und Schüler durch die unterschiedlichen Fachlehrkräfte bei der Bearbeitung eines Leitthemas wird hernach einen erhöhten Abstimmungsaufwand mit sich bringen. Auch diesen gilt es zu berücksichtigen.

Eine weitere Herausforderung für die Lehrkräfte ist die Orientierung an Leitthemen bei gleichzeitiger Vermittlung der Inhalte und Kompetenzen der Bildungspläne der jeweiligen Schulform. Wir erhoffen uns dadurch aber auch eine qualitative Weiterentwicklung des Unterrichts für alle Schülerinnen und Schüler. Jeder Schüler, jede Schülerin muss da abgeholt werden, wo er oder sie steht.

Die Beschulung an Sonderschulen erfolgt zur Zeit weitgehend ohne Bildungsplan, so dass auch hier zu Beginn ein hoher zeitlicher Aufwand für die Erarbeitung von Unterrichtsvorhaben und der Abstimmungsprozesse zwischen den an einem Leitthema kooperierenden Pädagoginnen und Pädagogen bedarf. Wie im Entwurf dargelegt bedürfen die Schülerinnen und Schüler für selbstbestimmtes Leben auch einer digitalen Bildung. Die Sonderschulen müssen hierfür mit adäquater Hard- und Software und hierauf geschultem pädagogischen Personal ausgestattet sein.

Da die individuell zu erreichenden Bildungsziele im Bildungsplan für den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung sinnvollerweise nicht allgemein festgeschrieben werden, ist eine Verständigung über die individuellen Ziele eines jeden Kindes erforderlich. Die vertrauensvolle Einbindung des Elternhauses bei der Zieldefinition, sowie die des Kindes (soweit möglich) ist bei diesem offenen Konzept eine wesentliche Bedingung für das Gelingen des Bildungsvorhabens.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Elternkammer die Ausrichtung des Bildungsplanes begrüßt. Eine erfolgreiche Implementierung bedarf jedoch einer gründlichen Planung an jeder Schule, für die genügend zeitliche Ressourcen und fachliche Unterstützung zur Verfügung stehen müssen. Eine umfangreiche unterstützende Begleitung seitens der Behörde bei der Reform des Schulalltags und der Entwicklung von Unterrichtsvorhaben erscheint notwendig.

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Stellungnahme 660-02 "Flexibilisierung Berufsqualifikation"

Die Elternkammer beschließt auf ihrer Sitzung am 11.04.2017:

Flexibilisierung der Berufsqualifizierung

Die Elternkammer begrüßt außerordentlich die Vorlage des HIBB. Wir erhoffen uns durch die Umsetzung dieser Maßnahmen eine Effizienzverbesserung, sowohl bei den Schulen und auch eine Verbesserung für die Schüler.

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Stellungnahme 660-03 "APO AH"

Die Elternkammer beschließt auf ihrer Sitzung am 11.04.2017:

Stellungnahme zur Vorlage „Fünfte Verordnung zur Änderung der Ausbildungs- und Prüfungsordnung zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife“

Die Elternkammer bedauert, nicht frühzeitig in den Entwicklungsprozess der Änderungen eingebunden worden zu sein. Die Vorstellung der Änderungen in der Elternkammer konnte daher lediglich gegenüber einer kleinen Gruppe der Mitglieder erfolgen, anstatt wie üblich vor dem Plenum der Elternkammer.

  1. Die Elternkammer moniert erneut, dass § 12 nicht dem Verhältnismäßigkeitsprinzip entspricht. Die Elternkammer hat dies bereits mehrfach gefordert, zuletzt im Jahre 2011.

    Schon in ihrer Stellungnahme vom 07.05.2010 zu der damals gleich lautenden Bestimmung des seinerzeit geplanten § 6 VOR-PSG 2010/11 hat die Kammer gefordert, dass Schülerinnen und Schüler nur dann von der Fortsetzung der Bearbeitung von Arbeiten ausgeschlossen werden dürfen, wenn sie/er die ordnungsgemäße Durchführung einer schriftlichen Lernerfolgskontrolle nachhaltig behindert… Die Elternkammer hat ausdrücklich gefordert, dass nicht jede Störung ausreichend sein solle.

    Bereits damals wurde zudem gefordert, dass die Regelung durch folgenden Satz zu ergänzen ist:

    „Wer bei den Täuschungen oder Täuschungsversuchen anderer hilft, soll zur Wiederholung zugelassen werden.“ Die Hilfe kann schon darin bestehen, dass man beispielsweise Einblick in seine Arbeit gewährt hat. Die damals wie heute geplante völlig offene Ermessensentscheidung, ob der, der hilft, zur Wiederholung zugelassen wird oder nicht, muss als positive Sollbestimmung formuliert werden. Jede andere Regelung ist unverhältnismäßig.

    Unter dem 21.06.2011 hat die Elternkammer diese Stellungnahme – nunmehr zu § 5 APO-GrundStGy – wiederholt.

    Dies ist nun die vierte unveränderte Stellungnahme zu dieser Problematik.

    Wir fühlen uns in unserer Beratungstätigkeit missachtet, wenn ein vierter Entwurf einen beanstandeten Text – zudem in überarbeiteter Form – erneut vorlegt, ohne dass auf die begründete abweichende Auffassung der Elternkammer mit einem Wort eingegangen wird.
  2. Die Elternkammer fordert erneut, dass entschuldigte oder unentschuldigte Verspätungen und versäumte Unterrichtsstunden (§ 15) nicht in Zeugnissen aufgeführt werden.

    Die bloße Nennung dieser Zahl ohne die Möglichkeit einer qualifizierenden Erläuterung stellt eine Bewertung des Sozialverhaltens dar und gibt Spielraum für Fehlinterpretationen bei der Vorlage von Zeugnissen z. B. im Rahmen von Bewerbungen um Ausbildungsplätze.

    Schülerinnen und Schüler mit unverschuldeter – z.B. krankheitsbedingter – Abwesenheit werden unangemessen benachteiligt.

    Die Elternkammer weist insoweit darauf hin, dass auch in beruflichen Zeugnissen die Nennung etwaiger Fehlzeiten nicht erlaubt ist.

    Auch hier wird aus Sicht der Elternkammer das Verhältnismäßigkeitsprinzip nicht hinreichend gewahrt.
  3. Die Elternkammer vertritt die Auffassung, dass die Formulierung „Bedienstete des Schulaufsichts- oder Schulverwaltungsdienstes“ (§ 22 ff.) zu allgemein ist.

    Dies könnte zu der Fehlinterpretation führen, dass auch das Verwaltungspersonal einer Schule den Prüfungen beiwohnen oder diesen gar vorsitzen darf. Selbstverständlich dürfen ausschließlich Personen mit entsprechender qualifizierter Ausbildung – fachlich wie pädagogisch – den Prüfungsgremien angehören, in die Prüfung eingreifen und auch selbst Fragen stellen.

    Die Elternkammer regt eine entsprechende Umformulierung an, hilfsweise ist der „Schulverwaltungsdienst“ ersatzlos zu streichen.

Im Übrigen nimmt die Elternkammer die Änderungen zur Kenntnis.

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Beschluss 660-04 "Konzept Elternmitarbeit BBS"

Die Elternkammer beschließt auf ihrer Sitzung am 11.04.2017:

Im Mai 2015 hat die Elternkammer Hamburg den Beschluss 642-01 zum Thema Elternvertreter an beruflichen Schulen gefasst. Leider sind keine Verbesserungen feststellbar. Deshalb müssen andere Wege beschritten werden.

Eine Elternmitarbeit an den beruflichen Schulen ist notwendig. Hierfür ist ein neues Konzept erforderlich. Die Elternkammer fordert die Schulbehörde auf ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten. Dieses neue Konzept soll der Elternkammer durch die Schulbehörde vorgestellt werden. Als Zeitrahmen haben wir 3 Monate vorgesehen.

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Beschluss 660-05 "ET Wandel"

Die Elternkammer beschließt auf ihrer Sitzung am 11.04.2017:

Den Elterntag 2017 soll nicht wie in der bisher geplanten Form stattfinden.

Es soll statt dessen mehrere Veranstaltungen zu einem besonders wichtigen Thema an weiteren Tagungsorten geben, der ÖFFA wird ein Konzept erarbeiten und dem Plenum vorstellen.

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Beschluss 660-06 "Tempo 30"

Die Elternkammer beschließt auf ihrer Sitzung am 11.04.2017:

Endlich Tempo 30 vor allen Hamburger Schulen umsetzen.

Die Elternkammer Hamburg fordert umgehend von der BSB, auf die Verkehrsbehörde dahingehend einzuwirken, im Zuge der StVO-Novelle für mehr Verkehrssicherheit unserer Schülerinnen und Schüler zu sorgen und endlich ein generelles Tempolimit von 30km/h vor allen Hamburger Schulen einzuführen.

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Beschluss 660-07 "Schulschwimmen"

Die Elternkammer beschließt auf ihrer Sitzung am 11.04.2017:

Der Durchbruch beim Schulschwimmen lässt weiter auf sich warten

Seit dem Schuljahr 2014/15 wird der Schwimmunterricht in den Jahrgängen 3 und 4 der Grundschule jeweils für ein halbes Schuljahr erteilt. Leider ist das erhoffte Ergebnis dieser Maßnahme, nämlich die wesentliche Erhöhung der Quote schwimmfähiger Schülerinnen und Schüler, nicht erreicht worden. 34% von ihnen können am Ende ihrer Grundschulzeit kein Bronze Schwimmabzeichen vorweisen, der einzig verlässliche Nachweis von Schwimmfähigkeit. Jedes 3. Hamburger Kind kann also mit etwa 10 Jahren immer noch nicht zuverlässig schwimmen.

Die Elternkammer Hamburg fordert, diesen unhaltbaren Zustand umfassend abzustellen. Wir fordern die BSB auf, ein leistungsstarkes Konzept zu entwickeln, welches 95% aller Hamburger Kinder befähigt, mit Beginn des 12. Lebensjahres verlässlich schwimmen zu können. Das erweiterte Konzept muss auch die große Anzahl Geflüchteter in den Blick nehmen, die noch in höherem Alter Schwimmunterricht benötigen. Die wachsenden Schülerzahlen erfordern darüber hinaus kurzfristig den Ausbau von Schwimmgelegenheiten in den meisten Hamburger Stadtteilen.

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Beschluss 660-08 "EK on Tour - Finanzmittel"

Die Elternkammer beschließt auf Ihrer Sitzung am 11. April 2017:

Für die Unterstützung der Ausrichtung der Elternveranstaltung am 20.4. alternativ zum ursprünglich für den Termin geplanten Elterntag am LI soll ein Betrag von 200 € bereitgestellt werden.

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Beschlüsse der 658. Kammersitzung vom 14.02.2017

Beschluss 658-01 "GO §6"

Die Elternkammer beschließt auf ihrer Sitzung am 14.02.2017:

§6 der Geschäftsordnung der Elternkammer Hamburg in der aktuell vorliegenden Fassung wird geändert:

§ 6 (alt)

(2) Die Delegation von Mitgliedern der Elternkammer zu den Veranstaltungen anderer Gremien oder Organisationen regelt die Elternkammer im Einzelfall durch Beschluss. Bei schulstufen- oder schulformbezogenen und bei aufgabenbezogenen Gremien oder Organisationen haben die jeweiligen Ausschussvorsitzenden das Vorschlagsrecht, ansonsten der Vorstand. Ist ein Beschluss der Elternkammer nicht rechtzeitig möglich, so entscheidet der Vorstand in Abstimmung mit der oder dem Vorsitzenden des zuständigen Ausschusses.

NEU:

===

§ 6

(neu 2) Die Delegation von Mitgliedern der Elternkammer zu den Veranstaltungen anderer Gremien oder Organisationen regelt die Elternkammer im Einzelfall durch Beschluss. Bei schulstufen- oder schulformbezogenen und bei aufgabenbezogenen Gremien oder Organisationen haben die jeweiligen Ausschussvorsitzenden das Vorschlagsrecht, ansonsten der Vorstand. Ist ein Beschluss der Elternkammer nicht rechtzeitig möglich, so entscheidet der Vorstand in Abstimmung mit der oder dem Vorsitzenden des zuständigen Ausschusses. Für den Bundeselternrat wählt die Elternkammer zusätzlich mindesten 2, auf Beschluss der Kammer auch mehr Ersatzdelegierte. Die Wahl erfolgt mittels einer Listenwahl. Diejenigen sind in der Reihenfolge der auf sie entfallenen Stimmen als Ersatzdelegierte gewählt, die mindestens 50% der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen konnten.

(neu 3) Die von der Elternkammer in den Bundeselternrat entsandten Delegierten bilden eine Delegation. Sollte ein Delegationsmitglied verhindert oder zum Zeitpunkt der Tagung nicht anwesend sein, entscheiden die anderen Delegierten untereinander über die Vertretung. Sollte kein anderes Delegationsmitglied verfügbar sein, rückt das nächste gewählte Ersatzmitglied nach. Sollten mehrere Ersatzmitglieder nachrücken, so bestimmt die Delegation vor Ort welche/ welcher Ersatzdelegierte/r die Hamburger Delegation in welchem Gremium vertritt. Hierbei sollte das nachrückende Ersatzmitglied nach Möglichkeit Mitglied im entsprechenden Ausschuss der Kammer sein. Sollten während der Tagung kurzfristig neue Ausschüsse oder Arbeitsgruppen repräsentativ durch Hamburg zu besetzen sein, so beschließt die Delegation vor Ort ob und welche/r Delegierte/r die Hamburger Interessen wahrnimmt.

(4, vormals 3) Die Ergebnisse der Mitarbeit werden der Elternkammer mitgeteilt.

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Beschluss 658-02 "APO-AH"

Die Elternkammer beschließt auf ihrer Sitzung am 14.02.2017:

„Die Elternkammer fordert die BSB auf, die Hamburger Schulen dahingehend zu informieren, dass Schüler und Schülerinnen die schulischen Voraussetzungen für den Erwerb der Fachhochschulreife i.S. des §33 II APO – AH – neben den übrigen Voraussetzungen dieser Vorschrift – auch dann erwerben, wenn die einzubringenden Leistungen in zwei aufeinanderfolgenden Semestern mit mindestens 5 Punkten abgeschlossen werden, wobei es nicht erforderlich ist, dass die Leistungen während identischer Semester erbracht werden.

Darüber hinaus möge die BSB das Hamburger Schulgesetz zur Klarstellung §33 II APO – AH im letzten Satz wie folgt ergänzen:

----- alle eingebrachten Ergebnisse müssen jedoch in zwei aufeinander folgenden Semestern erbracht worden sein, wobei es für die Bewertung der jeweiligen Leistungen nicht erforderlich ist, dass es sich um identische Semester handelt -----

§ 48 II APO – AH (betrifft das Abendgymnasium) wäre ebenfalls entsprechend zu ergänzen“

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Stellungnahme 658-03 "Vorabi Mathe"

Die Elternkammer beschließt auf ihrer Sitzung am 14.02.2017:

Stellungnahme der Elternkammer zur weiteren Vorgehensweise nach der Auswertung der schriftlichen Vorabiturergebnisse im Fach Mathematik

Die Elternkammer fordert in Hamburg eine schrittweise anstatt einer überstützten Einführung des deutschlandweiten Zentralabiturs in Mathematik

Die Elternkammer begrüßt grundsätzlich die Bemühungen, das Abitur nicht nur innerhalb von Hamburg, sondern auch bundesweit durch einen länderübergreifenden Aufgabenpool vergleichbarer zu machen. Die Elternkammer hat allerdings bereits 2015 vor einer zu raschen Angleichung gewarnt. Für eine erfolgreiche Angleichung der Anforderungen müssen die schulinternen Fachcurricula an jeder Schule entsprechend umgestellt worden sein, so dass die Lern- und Unterrichtsorganisation, die pädagogisch-didaktischen Konzepte wie auch die inhaltlichen Schwerpunktsetzungen für die Schülerinnen und Schüler vollumfänglich in den täglichen Unterricht Eingang gefunden haben. Dies sind die Voraussetzungen dafür, dass von den Schülerinnen und Schülern die sichere Bewältigung des in zentralen Aufgabenpools abgebildeten Abiturstoffes erwartet werden kann.

Vor dem Hintergrund der schwachen Mathematikergebnisse vergangener Jahre hat die Schulbehörde im Dezember im Fach Mathematik zum ersten Mal ein zentrales Vorabitur angelehnt an die Aufgaben aus dem zentralen Aufgabenpool für 2017 schreiben lassen. Diese Vorgehensweise begrüßt die Elternkammer.

Im Vergleich zum letzten schriftlichen Abitur verschlechterte sich an allen Oberstufen die durchschnittliche Mathematiknote. Die Hamburger Schülerinnen und Schüler hatten mit den Aufgabenstellungen erhebliche Schwierigkeiten, deren genaue Ursachen noch nicht geklärt werden konnten. Die bislang von der Elternkammer ermittelten Gründe reichten von mangelnder Zeit für die Bewältigung umfangreicher Textaufgaben, fehlendem Unterrichtsstoff, ungewohnte Verwendung von Fachterminologien bis hin zu Unklarheit über die Zielrichtung einzelner Aufgaben. Obschon sich durchweg alle Schulen verschlechterten, ist auffällig, dass ein Fünftel der Schulen sich nur geringfügig verschlechtert hat und zwar unabhängig davon, ob diese Schulen im letztjährigen Abitur oder in der Schriftlichen Überprüfung der 10. Klasse bessere oder schlechtere Leistungsniveaus aufwiesen. Dies lässt zumindest vermuten, dass die unterschiedliche Ausrichtung der der Vorbereitungen an den Schulen und die Wahl des der Vorbereitung zugrunde liegenden Materials auch Faktoren für das Resultat des Vorabiturs sind.

Auf der Sitzung der Vereinigung der Elternratsvorsitzenden der Hamburger Gymnasien (VEHG) hat die Schulbehörde im Wesentlichen zwei neue Gründe für die schlechten Ergebnisse angegeben. Nach Rücksprache mit dem Hüter des zentralen Aufgabenpools, dem IQB in Berlin (Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen), erfuhr die Schulbehörde, dass die Hamburger Aufgaben zu umfangreich und der Bewertungsmaßstab zu streng gewesen sein könnte. Daraus leitet die Schulbehörde ab, dass für das eigentliche Mathematikabitur keine Probleme zu erwarten seien.

Wir als Elternkammer teilen diese Auffassung nicht. Die Schulbehörde ist dabei, mit einer übereilten Einführung des zentralen Aufgabenpools mehr neue Probleme zu schaffen als zu lösen. Die curriculare Umstellung im Fach Mathematik hin zu dem zentralen Aufgabenpool ist offensichtlich nicht an allen Schulen gleichermaßen gut gelungen. Hierfür war die Umstellungsgeschwindigkeit zu hoch. Wie schwer es offensichtlich ist, den richtigen fachlichen Maßstab zu finden und die Schüler darauf hin zu trainieren, zeigt uns der offensichtlich eklatante Einschätzungsfehler, dem die Expertenkommission bei der Erstellung des Vorabiturs selber unterlegen ist.

Zugleich kämpft Hamburg seit Jahren mit schwachen Mathematikergebnissen, so dass es an den Schulen für eine so schnelle Umstellung offensichtlich in der Breite an der notwendigen Unterrichtsqualität gefehlt hat.

Wie wir nunmehr erfahren haben, ist es den Bundesländern freigestellt wie viele Aufgaben sie aus dem gemeinsam gespeisten und vom IQB auf ein einheitliches Anforderungsprofil überprüften Aufgabenpool zur Anwendung bringen. Über die Zahl der Aufgaben, die die einzelnen Bundesländer aus dem Pool entnehmen, ist Stillschweigen vereinbart worden. Hamburg ist bislang das einzige Bundesland von dem bekannt ist, dass es von Anfang an alle Aufgaben zentral übernehmen wird.

Vor dem Hintergrund, dass die Umstellungsgeschwindigkeit zu hoch ist, fordern wir den Senator und die Schulbehörde auf, die Umstellung in den kommenden drei Jahren schrittweise zu vollziehen. So können jedes Jahr zentrale Aufgaben hinzugenommen und mit jedem Schritt Gründe für Defizite in den Ergebnissen ermittelt werden. Diese Erkenntnisse können dann in die Unterrichtsentwicklung einfließen und somit die Qualität des Unterrichts in den nachfolgenden Jahrgängen verbessern.

Eine derartige, systematische Einführung eines Zentralabiturs könnte ein wichtiger und motivierender Bestandteil in der offensichtlich notwendigen Qualitätsentwicklung der Hamburger Schulen und ihres Mathematikunterrichts spielen. Die Einführung in einem Rutsch über das Knie zu brechen ist hingegen ein falscher Ehrgeiz, der auf Kosten der aktuellen Abiturienten und des Faches Mathematik ginge.

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Beschlüsse der 657. Kammersitzung vom 17.01.2017

Stellungnahme 657-06 "Mathe"

Die Elternkammer beschließt in ihrer Sitzung am 17. Januar 2017:

Im Zuge der nach den Bedingungen des Zentralabiturs durchgeführten Vorabiturklausuren wurden die Noten willkürlich nach oben gesetzt, weil der Notenschnitt extrem nach unten gesackt war.

Hiermit wurde offen demonstriert, dass Noten der politisch motivierten Willkür eines Senators unterliegen können und nichts mehr mit objektiver Leistung zu tun haben. Das ist ein katastrophales Zeichen für die öffentliche Wahrnehmung Hamburgs Schulen und des Abiturs in Hamburg.

Objektiver wäre es gewesen, Themen die noch nicht im Unterricht behandelt wurden, aus der Wertung herauszunehmen.

Es liegt klar auf der Hand, dass das Mathedefizit nicht erst vor anderthalb Jahren erkannt wurde, als mit der Matheoffensive zum ersten Mal das Problem angegangen wurde. Dass es sich bei dem Mathedefizit nicht um eine Überraschung handelt, kann jeder interessierte Beobachter der Schulszene schon lange schlussfolgern.

Die Elternkammer fragt sich, warum es so lange gedauert hat, bis sich die Schulbehörde (über so viele unterschiedliche Regierungen hinweg) diesem Problem gestellt hat.
Die Elternkammer Hamburg wirft der Schulbehörde hier eine falsche Prioritätensetzung vor. So lange auf dem Mathematik-Auge blind zu sein, muss kulturelle, politische und (in der BSB) strukturelle Gründe haben.

Was bisher fehlt, ist ein Krisenmanagement sowie angemessene "Lernstandkontrollen" des Maßnahmenkatalogs (bezogen auf die Arbeit der Schulbehörde und Lehrer!).
Liest man sich die Maßnahmenkataloge durch, dann wundert es einen nicht, dass es viele, viele Jahre dauern wird, bis sich etwas ändern wird. In diesen Maßnahmen spiegelt sich nirgendwo die gebotene Dringlichkeit wieder. Die vierte Mathestunde z.B. war bereits an den meisten Schulen umgesetzt!

Das „Zentralabitur“ ist seit 2009 in Planung. Warum wurden keine Hamburg weiten Vergleichsarbeiten in Mathematik von früh an eingeführt? Z.B. am Ende der 2. Klasse, am Ende der 4. Klasse, sowie Ende der 6. und 8. gerade in Mathematik muss ein bestimmter Übungs- und Leistungsstandard durchgehend über alle Klassenstufen sichergestellt werden, da hier Inhalte stärker als in anderen Fächern aufeinander aufbauen. Da kann man nicht erst in der 10. Klasse die Messlatte anlegen - um obendrein seit Jahren passiv festzustellen, dass die Ergebnisse dort bereits ziemlich schlecht sind.

Wäre dies bereits geschehen, wären die Schülerinnen und Schüler sicher nicht in ein derartiges „Loch“ gefallen.

Die im Brief an die Schulleiter vorgeschlagenen Maßnahmen zeigen in erschreckender Weise, wie stumpf im heutigen System das Schwert der Schulverwaltung ist. Den selbstverwalteten Schulen wird es überlassen, im bürokratisch langsamen Trott dem riesigen Schuldampfer einer Kurskorrektur um ein paar wenige Grad abzuringen. Ebenso ist nicht geklärt, wovon all diese Maßnahmen finanziert werden sollen. Eine „Umfinanzierung“ gefährdet in den Schulen bereits etablierte Systeme, was eine Umsetzung der Mathemaßnahmen weiter erschweren dürfte.

Das ist viel zu langsames Behördenhandeln.

Die Maßnahmen der Schulbehörde setzen nicht am Anfang des Problems an: die Matheförderung gehört in der Grundschule erheblich verbessert.

Schon seit Jahren klagen die Schulleitungen weiterführender Schulen über die Lernrückstände ihrer neuen Fünftklässler – und das nicht nur in KESS 1/2-Regionen. Erkennbar getan hat sich hier bisher aber nichts. Allein ein Fachlehrer pro Jahrgangsstufe, bzw. entsprechende Fortbildungen allein wird nicht reichen, um die Probleme in den Grundschulen zügig in den Griff zu kriegen.

Die Elternkammer Hamburg kann in den bisherigen Maßnahmen keine wirkliche Lösung des Mathe-Problems erkennen. Wir fordern eine grundlegende Untersuchung der Umstände: Lehrpläne, Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte, Didaktik und Methodik, Förderung, Individualisierung, Unterrichtsausfall.

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Beschluss 657-03 "30.10.2017"

Die Elternkammer beschließt in ihrer Sitzung am 17. Januar 2017:

Der 31. Oktober 2017 ist bundesweit ein gesetzlicher Feiertag. Der vorhergehende Tag ist der Montag direkt nach den Hamburger Herbstferien. In den meisten Bundesländern ist dieser Montag als "Brückentag" entweder ein Ferientag oder schulfrei gestellt. Die Elternkammer fordert daher die Schulbehörde auf, hamburgweit eine verbindliche gleichlautende Regelung zu erlassen.

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Stellungnahme 657-02 "Positionspapier Inklusion"

Die Elternkammer beschließt in ihrer Sitzung am 17. Januar 2017 folgendes „Positionspapier Inklusion“:

”Jeder Mensch hat das Recht auf Bildung. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte fordert, dass Bildung auf die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und auf die Stärkung der Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten gerichtet sein muss. Eines der wichtigsten Ziele der UNESCO ist, dass alle Menschen weltweit Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung erhalten und ihre Potenziale entfalten können. Dieser menschenrechtliche Anspruch ist universal und gilt unabhängig von Geschlecht, Herkunft, sozialen oder ökonomischen Voraussetzungen, Behinderung oder besonderen Lernbedürfnissen.”

(Verabschiedet auf dem Gipfel "Inklusion – Die Zukunft der Bildung" der Deutschen UNESCO-Kommission März 2014.)

Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention wurde ein normativer Rahmen geschaffen, deren Umsetzung ein Meilenstein für die Bildungslandschaft in Deutschland sein kann. Seither hat sich in Hamburg viel getan auf dem Weg zur Inklusion. Dies sind aber bisher nur erste Schritte, die konsequent in Zielrichtung einer möglichst guten Bildung für ALLE Kinder weiter verfolgt werden müssen.

Die Elternkammer unterstützt die Resolution des Bundeselternrates zu Aspekten gelingender Inklusion im vollen Umfang. Dort heißt es u.a.:

”Durch die Verpflichtung zur Inklusion im Bildungssystem wird der gesamtgesellschaftliche Prozess der gleichberechtigten Teilhabe enorm befördert. Inklusion ist in allen Schulformen möglich und durch praktische Erfahrungen werden Schranken in den Köpfen abgebaut. Da jedes Kind individuell nach seinen Bedürfnissen bestmöglich zu fördern ist, sind alle Kinder Inklusionskinder. Die Entwicklung zu einer inklusiven Gesellschaft wird nie abgeschlossen sein, alle profitieren davon. Im gemeinsamen Unterricht werden Kinder selbst Teil der gegenseitigen Unterstützung. Unser Bildungssystem ist grundsätzlich in der Lage, diese Herausforderung anzunehmen. Um diese zu meistern ist die Unterstützung und Haltung der Pädagogen und Eltern im notwendigen Wandlungsprozess von entscheidender Bedeutung. Aus der inklusiven Vielfalt an den Bildungseinrichtungen erwächst eine immer stärkere Partizipation aller Menschen an der Gesellschaft.”

Um diese Partizipation in Schule sicher zu stellen, fordert die Elternkammer daher:

  • Inklusion muss alle Schulen und Schulformen einschließen.
  • Das Elternwahlrecht muss bestehen bleiben.
  • Diagnostische Profile (Förderschwerpunkte) aller Kinder müssen in jeder Schulform hinreichend berücksichtigt werden.
  • Die Chance auf inklusiven Unterricht für jedes Kind muss unabhängig vom Engagement und den Möglichkeiten der Eltern möglich sein.
  • Eltern müssen durch unabhängige, barrierefreie und individuelle Beratungsangebote in die Lage versetzt werden, den passenden Lernort und damit die passende Schulform für ihr Kind zu wählen.
  • Die Abschaffung der Unterteilung in Sonderschulen mit dem Förderschwerpunkt körperlich motorische Entwicklung und Sonderschulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Förderung.
  • Einführung von Bildungsplänen ab Schuljahr 2017/2018 in allen Hamburger Sonderschulen.
  • Möglichkeit der Erlangung von Bildungsabschlüssen (ESA und MSA) an allen Sonderschulen.
  • Eine Umsetzung der Inklusion ohne Ressourcenvorbehalt und deren regelmäßige Evaluation.
  • Bestehende Vorbehalte und Probleme bei der Beschulung der Kinder müssen ernstgenommen und durch Kommunikation, Handeln und Begegnungen zwischen Eltern, Lehrern und Schülern in all ihrer Vielfalt aufgelöst werden.
  • Ein ständiges Mitdenken für ALLE Schülerinnen und Schüler, egal wie begabt oder herausfordernd es ist. Jedes Kind muss entsprechend seines Potentials individuell beschult werden.

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Beschluss 657-01 "Ü18"

Die Elternkammer beschließt in ihrer Sitzung am 17. Januar 2017:

Wir fordern die Schaffung rechtlicher Grundlagen, die eine Elternmitwirkung solange ermöglicht, wie die eigenen Kinder eine staatliche Hamburger Schule besuchen.

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