Pressemitteilung Frühkindliche Bildung ist und bleibt ein Grundrecht!

19. Kammerperiode 2013-2015
Pressemitteilung  Hamburg, 26.09.2014
Frühkindliche Bildung ist und bleibt ein Grundrecht!
Aktuell wird viel über die Kita-Qualität diskutiert und warum man Eltern bei der Finanzierung nicht stärker in die
Pflicht nimmt - der kostenlose Rechtsanspruch sei doch sinnlos.
"Frühkindliche Bildung ist ein Grundrecht. Es ist gerade einmal 3 Jahre her, dass mit Hilfe der Hamburger dieses
Grundrecht über eine Volksinitiative durchgesetzt werden konnte", erinnert sich Claudia Wackendorff, Vorsitzende
des Ausschusses für Grundschule und frühkindliche Bildung. "Damit alle dieses Grundrecht ungehindert wahrneh-
men können, muss der fünfstündige Rechtsanspruch als Bildungsanteil auch beitragsfrei bleiben. Niemand käme auf
die Idee, von Eltern Schulgeld für mehr Lehrkräfte oder eine bessere Ausbildung derselben zu fordern."
Die Kinder Hamburgs leben in einer multikulturellen Stadt, in der auch die sozialen Konflikte der gesamten Bun-
desrepublik aufeinander treffen. In Hamburg leben rund 20% aller Kinder unter sieben Jahren an der Armutsgrenze
und rund ein Viertel aller Mütter und Väter sind allein erziehend, 46% der unter 18-Jährigen haben einen Migrati-
onshintergrund. Kinder brauchen daher vielfältige Bildungsangebote und Anregungen über ihre Herkunftsfamilie
hinaus. Bereits im Vorschulbereich der 0- bis 6-Jährigen Kinder findet die entscheidende Prägung für die Entwick-
lung von Sozialkompetenz, Denkfähigkeit, Kreativität und Motivation statt.
Eine qualitativ gute frühkindliche Bildung kann den Übergang in die Schule deutlich verbessern und somit
zu einer positiven Bildungsbiographie beitragen. Die Elternkammer Hamburg sieht es deswegen als falsch
an, den Zugang zur Bildung durch Beiträge zu behindern.
Damit eine frühkindliche Bildung aber auch wirklich stattfinden kann, muss sich die Situation in den Kindertages-
einrichtungen dringend verbessern! Die Erfahrungen in den KitaPlus-Einrichtungen - auch durch die damalige In-
itiative durchgesetzt - zeigen die positiven Effekte von mehr Ressourcen für Personal und Zeit zur Optimierung der
Konzepte, zur besseren Sprachförderung und Zusammenarbeit mit den Eltern.
Ressourcen, sprich Gelder, sind ohnehin ein knappes Gut; die Haushaltskonsolidierung verschärft das Problem. In
diesem Zusammenhang ließe sich darüber diskutieren, ob man in Angleichung an das Schulsystem wieder einen so-
zial gestaffelten Beitrag für die Verpflegung einfordert. Oder man könnte auch über die Elternbeiträge für den Be-
treuungsanteil, der über die 5h hinaus geht, diskutieren.
"Für den ungehinderte Zugang aller Kinder zu einer qualitativ guten Kindertagesbetreuung haben alle
Hamburger zusammen zu sorgen. Sie stellt die Basis für die Herstellung von Bildungsgerechtigkeit dar!" be-
tont Claudia Wackendorff.
Für Rückfragen: Claudia Wackendorff – mobil: 0176 614 874 66
Die Elternkammer Hamburg vertritt die Interessen der Eltern von rund 240.000 Schülerinnen und Schülern an Hamburgs
Schulen und besteht aus 38 Kammermitgliedern, die aus den einzelnen Kreiselternräten entsandt werden.
PM 140926

Hier ist die Pressemitteilung als PDF-Datei.

Pressemitteilung Neues Verfahren – Alte Probleme – Schulbegleiter fehlen

19. Kammerperiode 2013-2015                                                                               Hamburg, 11.09.2014 


Vollmundig kündigte die Schulbehörde ein neues Verfahren für die Beantragung, Bewilligung und Zuweisung
von Schulbegleitungen zum Schuljahr 2014/15 an. Alles sollte besser werden. Das Antragsverfahren wurde für
Eltern und Schulen vereinfacht. Die Zuweisung der Hilfen soll nun schneller erfolgen. Alle Beteiligten sollen
mehr Planungssicherheit haben.
„Die Realität sieht leider anders aus“, stellt Eva Kowalski-Stasiak, Vorsitzende des Elternkammerausschuss
„Sonderschulen, ReBBZ und Inklusion“, fest. „Schulen bekommen nicht die beantragten und benötigten
Schulbegleitungen in der erforderlichen Menge und Qualifikation. Und dies obwohl die Bewilligungsverfah-
ren dafür schon vor den Sommerferien abgeschlossen sein sollten.“
Besonders die Schulbegleitungen für Kinder mit psychosozialen Beeinträchtigungen fehlen noch vielfach. Für
deren Bewilligung sind die neu geschaffenen Regionalen Bildungs- und Beratungszentren (ReBBZ) zuständig.
Auf Nachfrage erhielten Eltern schon mal die Auskunft, dass die Bewilligung des Antrags erst nach den
Herbstferien erfolgen wird oder gar bis Weihnachten dauern könnte. 
„Dieser Zustand ist unhaltbar und beeinträchtigt alle Kinder in ihren Entwicklungsmöglichkeiten“, so Gerrit
Petrich, Vorsitzender der Elternkammer Hamburg.
Auch Eltern, die aus verschiedenen Gründen individuelle Schulbegleitungen beantragt haben, warten in großer
Zahl immer noch auf die Bescheide.
Deshalb fordert die Elternkammer Hamburg von der Schulbehörde: 

  • Die Bescheide zu den bereits gestellten Anträgen auf Schulbegleitung sind nun mehr zeitnah zu erteilen. 

  • Die ReBBZ sind personell so auszustatten, dass die Anträge der Schulen auf Schulbegleitung für Kinder mit ausgeprägten psychosozialen Beeinträchtigungen generell schneller entschieden werden.

  • Die erforderlichen Schulbegleitungen müssen den Schulen umgehend zur Verfügung stehen.

 
Für Rückfragen: Eva Kowalski-Stasiak – mobil: 0176 826 73 42

Die Elternkammer Hamburg vertritt die Interessen der Eltern von rund 240.000 Schülerinnen und Schülern an
Hamburgs Schulen und besteht aus 38 Kammermitgliedern, die aus den einzelnen Kreiselternräten entsandt
werden. 

PDF-Datei



Pressemitteilung der EKH zu Schulflächenverkäufen

Pressemitteilung                  Hamburg, 05.06.2014
 
Elternkammer Hamburg:  
Eltern fordern mehr Mitsprache bei Schulflächenverkauf
Der Verkauf von Schulflächen und -gebäuden zugunsten von Wohnungs- und Straßenbau durch die Behörden der Freien und Hansestadt Hamburg hat beängstigende Formen angenommen.
Der Ausschuss Gesundheit Sport Umwelt (GSU) der Elternkammer hat sich bereits vor einigen Wochen mit diesem Thema intensiv befasst. Die Elternkammer hat die Behörden aufgefordert, die entsprechenden Eltern und Schulgremien rechtzeitig mit einzubeziehen.  Anfang Mai wurden zwei Stellungnahmen des GSU-Ausschusses von der Elternkammer verabschiedet:
Ein umfangreiches Positionspapier zum „Schulbau Hamburg“ und ein Beschluss zum Thema „Umwidmung von Schulflächen“.
„Wir fordern, dass die Elterngremien frühestmöglich (noch vor der Planungsphase 0) in alle Pläne einzubinden sind, um ihr Mitspracherecht wahrnehmen zu können“, so Peter Keller, stellvertretender Vorsitzender des GSU in der Elternkammer.
Die Elternkammer fordert hierzu eine Koordinationsstelle, um alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen und bestehende als auch kommende Problemfälle und Missver-ständnisse frühzeitig aus dem Weg zu räumen. Dieses findet derzeit ungenügend oder gar nicht statt.
Neu zu schaffende Wohngebiete, wie z.B. die "Neue Mitte Altona" oder in anderen Stadtteilen, sind erwünschte neue Lebensräume. Auch dort werden Kinder wohnen, die genügend Raum in Schule benötigen. Bei sinnvoller und notwendiger einver-nehmlich beschlossener Umwidmung sind freiwerdende Mittel im Schulbau zu belassen.
Gerrit Petrich, Vorsitzender der Elternkammer, betont: „Eine Rekapitalisierung von Bewegungs- und Unterrichtsflächen in Schulen zu Lasten unserer Kinder lehnen wir ab. Einmal an private Hände verkaufte staatliche Flächen sind nicht wieder für die Öffentlichkeit zurückzugewinnen. Dies wird in verdichteten Stadtteilen besonders problematisch.“
 
Für Rückfragen
Gerrit Petrich  
Vorsitzender der Elternkammer
(mobil: 0172 451 38 08)

Pressemitteilung als PDF

Pressemitteilung der Elternkammer Hamburg zu G9

Pressemitteilung          Hamburg, 26.03.2014  

Elternkammer fordert mehr Investitionen in Schulqualität anstatt einer teuren Wiedereinführung von G9

Die Elternkammer hat den Vorschlag für ein neunjähriges Gymnasium der Initiative „G9- Jetzt-HH“ analysiert und lehnt ihn als „irreführend“ ab. In dem G9 Vorschlag stecke für die Schüler kein Jota mehr an gymnasialer Bildung oder Wissensvermittlung, so Gerrit Petrich, Vorsitzender der Elternkammer. Im Gegenteil, im Ergebnis senke der Vorschlag der Initiative die  gymnasiale Wochenstundenzahl in die Nähe der Grundschulen ab. Das sei eine Senkung des Abiturstandards und völlig inakzeptabel, so Hans-Christoff Dees, Vorsitzender des Gymnasialausschusses in der Elternkammer.

Die Elternkammer findet den G9 Vorschlag der Initiative inhaltlich unausgegoren, er hat negative Folgen auch für die anderen Schulformen und geht auf Kosten der nicht-gymnasialen Elternschaft. Hinzu kommt, dass der Parallelbetrieb von G8 und G9 an jedem einzelnen Gymnasium den Schülerinnen und Schülern ein unzumutbares Schulchaos zumuten sowie eine neue Schulent-wicklungsplanung für Gymnasien und Stadtteilschulen, verbunden mit neuen Bauinvestitionen, bedeuten würde.

Mit großer Einmütigkeit (30:1:1) hat sich die Elternkammer gestern gegen das Ziel der G9-Initiative ausgesprochen, in Hamburg dass neunjährige Gymnasium wieder einzuführen. G9 ist in Hamburg die völlig falsche schulpolitische Prioritätensetzung“, so Gerrit Petrich, Vorsitzender der Elternkammer. „Ein erfolgreiches neunjähriges Abitur gibt es in Hamburg an den Stadtteilschulen heute schon.“
Der aus den Hamburger Elternräten gebildeten Elternkammer gehören 38  gewählte Eltern aller Hamburger Schulformen an. „Die Eltern sind in großer Sorge, dass mit dem Thema G9 Finanzmittel in Richtung der Gymnasien umgeschichtet werden, die für die Verbesserung der Schulqualität, der Inklusion sowie der Mittelstufe der Stadtteilschulen viel dringender gebraucht werden“, erläutert Gerrit Petrich. „Wir befürchten, dass die Gymnasien erheblichen Aufwand in eine Umorganisation investieren müssten, die dringend für die eigentliche Aufgabe, den Unterricht, gebraucht wird“ so der Vorsitzende der Elternkammer.
Doch auch die Konzeptlosigkeit der Hamburger G9 Initiative und die Auswirkung ihrer naiven Vorstellung, alles würde besser wenn man einfach ein Jahr länger zur Schule ginge, bereitet der Elternkammer große Sorge.  „Lernen zu lernen ist eine Schlüsselkompetenz, die über die gymnasiale Schullaufbahn erworben wird“, hebt Hans-Christoff Dees hervor, „dazu gehöre auch, Routinen für ein anspruchsvolles Lernpensum zu entwickeln, sowie mit zeitweiligem Lernstress und Druck umgehen zu können.“ „Andernfalls sei man nicht fit für das Studium oder die duale Ausbildung“, so Dees.  

Der Vorschlag der G9 Initiative verlängert zwar die Schulzeit um ein Schuljahr, sieht jedoch keine Aufstockung der Unterrichtstunden vor, um dieses zusätzliche Jahr mit Inhalten zu füllen. „Im Ergebnis entstünde die widersinnige Situation, dass das Abitur an der Stadtteilschule aufwändiger als am Gymnasium sein würde“, so Dees. Die Initiative werbe in ihrem Vorschlag für das Gymnasium mit einer Wochenstundenzahl, die näher an den Grundschulen als an den heutigen Stadtteilschulen oder dem früheren Schleswig Holsteiner-Abitur läge (siehe Tabelle im Anhang). „Dass ein 15 Jähriger nur 2,4 Schulstunden pro Woche mehr aushalten können soll als ein Grundschüler ist einfach Unfug“, so Dees.

Seit dem Notabitur während des zweiten Weltkriegs wäre in Hamburg das Abitur nicht mehr mit so wenigen Stunden abzulegen.
„Wir warnen alle, aus Angst vor Schulstress auf diese gymnasiale Mogelpackung der Initiative hereinzufallen“. Um dem Vorwurf des Billigabiturs zu entkommen und zur Sicherung der Studierfähigkeit wird Hamburg zwangsläufig die Unterrichtsstunden an den Gymnasien wieder aufstocken müssen. Damit sind aber viele Entlastungsargumente der Initiative hinfällig. Es wäre gar nichts gewonnen und viel zusätzliches Geld müsste statt in die Stärkung der Stadtteilschulen und der Verbesserung der Inklusion zu den Gymnasien fließen.
Die Elternkammer stellt aus Sicht der Eltern selbstkritisch fest, dass das Thema „Stress in der Schule“ an allen Schulformen zugenommen hat und bereits oft in der Grundschule seinen Anfang nimmt. Zugleich wählen heute am Ende der vierten Klasse so viele Eltern wie noch nie das Gymnasium an (52 – 54%). „Aus unserer Erfahrung muss sich zwar so manches Gymnasium besser organisieren, doch ein gewichtiger Teil des Stresses ist gesellschaftlich bedingt, und lässt sich nicht durch ein zusätzliches Jahr Schule verringern.“ stellt Gerrit Petrich, oberster gewählter Repräsentant der Hamburger Eltern, selbstkritisch fest. Hier müsse zuerst angesetzt werden.    

Anhang: Tabelle vergrößert sich bei Klick

(Kopie 1)

Pressemitteilung Rechtschreibung

ELTERNKAMMER HAMBURG   
-  VORSTAND -  
 
Elternkammer Hamburg p.A. BSB • Hamburger Str. 31 • 22083 Hamburg
Gerrit Petrich  
Vorsitzender
E-Mail: elternkammer@hamburg.de  
 
19. Kammerperiode 2013-2015
 
Pressemitteilung                  Hamburg, 08.01.2014
 
Elternkammer Hamburg: Gute Rechtschreibung lernt man nicht durch Tests
 

Die Elternkammer Hamburg begrüßt die Absicht des Senators, die Rechtschreib-kompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu verbessern.
Zusätzliche jährliche Tests (z.B. durch die Hamburger Schreibprobe) und das Einführen eines abzuprüfenden Kernwortschatzes erscheinen der Kammer jedoch wenig zielführend. Wichtig ist vielmehr, dass die Lehrkräfte in allen Fächern auf korrekte Rechtschreibung achten und methodisch auf Schwächen einwirken können.
Tests dienen lediglich der Rückmeldung über die Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler, führen aber nicht automatisch zu einer Leistungsverbesserung. Ein verpflichtender Kernwortschatz führt eher zu einem stupiden Auswendiglernen, als zum Verständnis der Rechtschreibregeln.
Peter May, Referatsleiter für Testentwicklung und Diagnostik im Landesinstitut für Lehrerfortbildung, weist zu Recht daraufhin, dass für die Verbesserung der Rechtschreibleistung vor allem in die Lehreraus- und Fortbildung investiert werden muss.
Die Elternkammer fordert die geplanten zusätzlichen Tests in die bereits verpflichtenden Kompetenzüberprüfungen KERMIT zu integrieren. KERMIT-Tests finden in den Jahrgängen 2, 3, 5, 7, 8 und 9 statt. Die Jahrgänge 4, 6 und 10 sind als Übergangsjahrgänge aus gutem Grund von diesen Überprüfungen ausgenommen.
KERMIT-Tests werden nicht benotet und dienen lediglich als Rückmeldung an die Lehrkräfte zur Wirksamkeit ihres Unterrichts.
Wichtiger als jährliche Tests ist eine gesteigerte Beachtung der korrekten Rechtschreibung durch die Lehrkräfte in allen Unterrichtsfächern. Dazu müssen die Lehrkräfte vorhandene Lernrückstände ihrer Schüler erkennen und ihren Unterricht dahingehend gestalten können. Daher fordert die Elternkammer weitere Investitionen in die Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte.  
 
Für Rückfragen
Gerrit Petrich  
Vorsitzender der Elternkammer
(mobil: 0172 451 38 08)

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