Inklusion – Wertschätzung der Vielfalt

Inklusion – Was bedeutet das?

Als aus der Soziologie stammender Begriff beschreibt Inklusion eine Gesellschaft, in der jeder Mensch seinen Platz hat und so akzeptiert wird wie er ist. Das bedeutet, jeder Mensch kann gleichberechtigt und selbstbestimmt teilhaben - unabhängig von seinen Begabungen, Geschlecht, Alter oder Herkunft, von Religionszugehörigkeit oder Bildung, von eventuellen Behinderungen oder sonstigen individuellen Besonderheiten. 

In der inklusiven Gesellschaft gibt es keine definierte Normalität, der die Mitglieder der Gesellschaft zu entsprechen haben. Normal ist, dass alle unterschiedlich sind. 

Diese Heterogenität bereichert eine Gesellschaft. Als gesellschaftliche Selbstverständlichkeit muss es gelten, alle Lebensbereiche und Strukturen geeignet sind, diese Heterogenität unbeschwert von jedem Mensch gelebt zu werden.


Was bedeutet Inklusion in der Schulbildung?

In einem inklusiven Bildungssystem lernen alle Schüler von Anfang an gemeinsam. Eine Separation von einzelnen Gruppen (Hochbegabte, Jungen, Mädchen, Behinderte, Migranten, Religionsgemeinschaften etc.) erfolgt nicht. Homogenität der Lerngruppen ist nicht das Ziel. Von der Kindertagesstätte über die Schulen und Hochschulen bis hin zu Einrichtungen der Weiterbildung darf niemand aufgrund seiner individuellen Merkmale vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden. Vielmehr ist es die Aufgabe des Bildungssystems, durch das Bereitstellen geeigneter Mittel und Methoden jeden einzelnen Schüler so zu unterstützen und zu fördern, dass er seinen Möglichkeiten entsprechend Lernziele erreichen kann. Nicht der Schüler als Individuum muss sich an ein bestimmtes Schulsystem anpassen, sondern das Schulsystem muss umgekehrt die Bedürfnisse aller Lernenden berücksichtigen und sich anpassen. Oder anders ausgedrückt: Der Lehrer, die Lehrerin ist dafür da. sicherzustellen, dass jedes Kind an seinem persönlichen Leistungsoptimum lernt.


Inklusion ist ein Rechtsgut

Inklusion ist keine Ansichtssache. Inklusion ist eine Rechtssache. Die UN-Behindertenrechtskonvention gibt hierbei den rechtlichen Rahmen vor. Deutschland hat diese 2009 ratifiziert und damit auch für Deutschland als Rechtsnorm gesetzt. Die Stadt Hamburg hat mit der Einführung des §12 des Hamburger Schulgesetztes dieser Rechtsnorm Rechnung getragen.


Welche Konsequenzen erwachsen aus der Inklusion?

Im einem herkömmlichen Schulsystem müssen sich Kinder und Jugendliche den bestehenden Schularten anpassen und dort jeweils ihre rechtmäßige Zugehörigkeit durch Erfüllung normativer Leistungsanforderungen unter Beweis stellen. Kinder mit individuellen Besonderheiten (Lernschwierigkeiten, Hochbegabung, Behinderungen Migrationshintergrund etc.) werden durch ein Feststellungsverfahren zu Kindern mit „sonderpädagogischem Förderbedarf“ deklariert und nach Förderschwerpunkten kategorisiert. In einem inklusiven Schulsystem wird die Schule zum begabungs- und leistungsgerechten System, welches sich den Schülern anpasst. Hierfür sind u.a. folgende Faktoren maßgeblich:

  • Individualisierte Lernangebote 
  • Individualisierte Lernmethoden
  • Therapeutische Begleitung (Sozialtherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten etc.)
  • Barrierefreiheit
  • Auf Heterogenität vorbereitete und geschulte Pädagogen und Lehrer und Lehrerinnen
  • Sonderschulpädagogen
  • Zusammensetzung der Schulklassen


Weiterführende Links:

http://www.behindertenrechtskonvention.info/

https://www.kmk.org/themen/allgemeinbildende-schulen/inklusion.html

http://www.hamburg.de/inklusion-schule/

http://www.dghk.de/

http://www.hamburg.de/fluechtlinge/4334084/betreuung-und-beratung/

Seiten der Behörde für Schule und Berufsbildung

Inklusion Schule

Integrationsklassen

In Hamburg gibt es 275 Integrationsklassen in den Klassenstufen eins bis zehn in 53 Schulen. Bei einer  Klassenfrequenz von 19 bis 21 Schülerinnen und Schülern werden in jeder Klasse bis zu vier Schülerinnen und Schüler aufgenommen, die eine Sinnesschädigung, eine Körperbehinderung, eine geistige Behinderung oder eine Autismusspektrumsstörung haben.

 Achtung: Stände 2011

Übersicht der Schulen mit Integrationsklassen, Integrativen Regelklassen und mit Förderung durch ein Integratives Förderzentrum

Schulen als neue Integrationsstandorte gemäß § 12 HmbSG

Integrative Regelklassen

An über 35 Grundschulen bzw. Primarschulen gibt es außerdem über 350 Integrative Regelklassen in den Klassenstufen eins bis vier, an den Starterschulen in den Klassenstufen eins bis fünf.  Hier werden alle in der jeweiligen Grund- bzw. Primarschule angemeldeten Kinder beschult, auch jene mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Lernen, in der Sprache sowie in der emotionalen und sozialen Entwicklung.

Achtung: Stände 2011

Übersicht der Schulen mit Integrationsklassen, Integrativen Regelklassen und mit Förderung durch ein Integratives Förderzentrum

Schulen als neue Integrationsstandorte gemäß § 12 HmbSG