Elternkammer Hamburg fordert Transparenz bei den geplanten Änderungen an Ganztagsschulen 

Jede Schule braucht eine individuelle Betrachtung statt pauschaler Lösungen.

Die Elternkammer Hamburg sieht die im Haushaltsentwurf 2027/2028 vorgesehenen Änderungen bei der Ressourcenzuweisung für Ganztagsschulen nach Rahmenkonzept (GTS) mit großer Sorge. Nach den bisherigen Planungen sollen die Ganztagsressourcen künftig vollständig in Form von Erzieherstellen zugewiesen werden. 

Die Elternkammer bittet die Behörde, die Auswirkungen dieser Änderung für jede einzelne Ganztagsschule sorgfältig zu prüfen, transparent darzustellen und gemeinsam mit den Schulen sowie den Elternvertretungen in den Dialog zu treten. 

„Hamburgs Ganztagsschulen haben sich über viele Jahre ganz unterschiedlich entwickelt. Jede Schule hat eigene Schwerpunkte, Kooperationen und multiprofessionelle Teams aufgebaut. Deshalb kann es aus unserer Sicht keine pauschale Lösung für alle geben. Wir wünschen uns, dass jede Schule einzeln betrachtet wird und gemeinsam geprüft wird, welche Auswirkungen die geplanten Veränderungen tatsächlich vor Ort haben“, erklärt Simone Kohl, Vorsitzende der Elternkammer Hamburg. 

Ganztagsschulen leisten weit mehr als Betreuung. Sie verbinden Unterricht, individuelle Förderung, Inklusion, Bewegung, Kultur, Prävention und sozialpädagogische Angebote zu einem gemeinsamen pädagogischen Konzept. Viele dieser Angebote sind über Jahre gemeinsam mit außerschulischen Partnern entstanden. 

Die Elternkammer befürchtet, dass sich durch die geplante Umstellung bestehende Strukturen verändern könnten. Deshalb braucht es aus ihrer Sicht frühzeitig Klarheit darüber, welche Folgen sich für die einzelnen Schulen ergeben und wie die Qualität der Ganztagsangebote langfristig gesichert werden soll. 

„Unser Ziel ist nicht, Veränderungen grundsätzlich abzulehnen. Aber gute Entscheidungen entstehen nur, wenn alle Beteiligten rechtzeitig miteinander sprechen. Deshalb wünschen wir uns einen offenen Austausch mit den Schulen, den Elternvertretungen und der Behörde. Transparenz schafft Vertrauen – und nur gemeinsam können wir Lösungen entwickeln, die den Kindern wirklich zugutekommen“, so Kohl weiter. 

Die Elternkammer Hamburg bittet die Behörde, die Auswirkungen der geplanten Ressourcenumstellung für jede betroffene Ganztagsschule offenzulegen, bestehende und künftige Ressourcen nachvollziehbar gegenüberzustellen und gemeinsam mit den Schulgemeinschaften in einen konstruktiven Dialog einzutreten. 

Denn gute Ganztagsschulen entstehen nicht durch pauschale Vorgaben, sondern durch gemeinsame Verantwortung, verlässliche Rahmenbedingungen und das Vertrauen in die Arbeit der einzelnen Schulen. 

Vorstand der Elternkammer Hamburg 

 

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